Novellierung des Ausbildungsberufes Automobilkaufmann / Automobilkauffrau

Hintergrund der Neuordnung

Die neue Ausbildungsordnung wurde kompetenzorientiert gestaltet. D.h. die Beschreibung der beruflichen Tätigkeiten erfolgte unter Berücksichtigung der fachlichen, methodischen, sozialen sowie personalen Kompetenzen und orientierte sich an den betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen. Alle Auszubildenden durchlaufen die wesentlichen Bereiche des Betriebes: Teile und Zubehör, Werkstatt, Kundendienst und Service, Marketing, Fahrzeughandel und –vertrieb, Finanzdienstleistungen, Personal sowie kaufmännische Steuerung und Kontrolle. Die bisherige Einteilung in Einsatzgebiete wurde aufgehoben.
Auch die Prüfungsform der gestreckten Abschlussprüfung ist neu. Nun besteht die Abschlussprüfung aus zwei zeitlich voneinander getrennten Teilen, deren erster Teil bereits zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres durchgeführt wird. Hierin wird der Bereich Warenwirtschafts- und Werkstattprozesse geprüft und mit 20% gewichtet. Teil 2 der Prüfung erfolgt zum Ende der Ausbildung und umfasst die Bereiche Fahrzeugvertriebsprozess und Finanzdienstleistungen, Kaufmännische Unterstützungsprozesse, Kundendienstprozesse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Im Kraftfahrzeughandel haben digitale Technologien ebenfalls verstärkt Einzug gehalten, die Bedeutung des Internets für den Autohandel ist stark angestiegen. In der Folge ändern sich Medien und Kanäle. Auch in den Verkaufsräumen bedient man sich zunehmend digitaler Unterstützung. So werden Bildschirme bereitgestellt, an denen Kunden mittels Online-Konfigurator ihr persönliches Wunschfahrzeug zusammenstellen können. Diese Entwicklungen wirken sich zunehmend auf wesentliche kaufmännische Bereiche wie Marketing und Vertrieb aus und stellen sie vor Herausforderungen. Durch die zunehmende Komplexität der Produkte gewinnt der Bereich After-Sales im Automobilhandel stark an Bedeutung.

Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit

Ein- und Verkaufen von Teilen und Zubehör, Dokumentieren und Kontrollieren von Warenlieferungen, Anwenden von Lagerwirtschaftskonzepten , Kalkulieren von Verkaufspreisen, Führen von Beratungs-, Verkaufs- und Reklamationsgesprächen unter Berücksichtigung der Werkstattprozesse im Rahmen des Kundendienstes, Bearbeiten von Gewährleistungs-, Garantie- und Kulanzanträgen, Planen, Durchführen und Bewerten von Marketingmaßnahmen, Einkaufen von Fahrzeugen über verschiedene Vertriebswege für den Fahrzeughandel, Bereitstellen von Fahrzeugen für den Fahrzeughandel, Vorbereiten und Vermitteln von Finanzierungs-, Leasing-, Versicherungs- und Garantieverträgen, Mitwirken bei der Personalbedarfsermittlung und der Personalbeschaffung, Planen des Personaleinsatzes, Ermitteln von Prämien und Provisionen, Vorbereiten von Entgeltabrechnungen, Unterstützen der kaufmännischen Planung, Steuerung und Kontrolle in den Geschäftsfeldern , Ermitteln und Beurteilen betrieblicher Kennzahlen sowie Aufbereiten für unternehmerische Entscheidungen.

Berufliche Tätigkeitsfelder

Automobilkaufleute arbeiten in Betrieben der Kraftfahrzeugbranche, vorwiegend in Autohäusern, bei Fahrzeugimporteuren sowie Automobilherstellern.

 

Die neue Ausbildungsverordnung finden Sie hier!