Einzelhandelskonzept Bochum

Im Jahr 2006 wurde der erste Masterplan Einzelhandel Bochum erarbeitet und durch den Rat der Stadt beschlossen, um den Einzelhandel zu steuern und eine ausgewogene Versorgungsstruktur im Stadtgebiet zu garantieren. Zudem sollte eine Stärkung der gewachsenen städtischen Zentren gegenüber Einkaufszentren „auf der grünen Wiese“ erfolgen. Seitdem hat sich der Masterplan zu einem verlässlichen Planungsinstrument entwickelt und wird als Orientierungs- und Beurteilungsgrundlage für die kommunale Bauleitplanung sowie bei Entscheidungen über die planungsrechtliche Zulässigkeit von Einzelhandelsvorhaben herangezogen.

Aufgrund der hohen Dynamik von Veränderungen im Einzelhandel ist es unerlässlich, sich immer an den aktuellen Entwicklungen zu orientieren. Neue Vertriebs- und Absatzwege gewinnen an Bedeutung. Insbesondere multimediale Einkaufsmöglichkeiten tragen zu funktionalen und räumlichen Veränderungen der Einzelhandelslandschaft bei. Betriebsformen und Konzepte werden zunehmend großflächig und discountorientiert. In der Folge steigt der Druck auf inhabergeführte Geschäfte und die betriebs- und konzernspezifischen Standortpräferenzen verändern sich.

Die sachgemäße Umsetzung der Ziele und Grundsätze des Bochumer Einzelhandelskonzeptes erfordert daher eine regelmäßige Überprüfung der räumlichen und sortimentsspezifischen Angebotssituation, der generellen einzelhandelsrelevanten Entwicklungen sowie der ökonomischen, demografischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Mit dem am 14. Februar 2013 beschlossenen fortgeführten Masterplan Einzelhandel soll dieser Steuerungswirkung auch künftig weiterhin Rechnung getragen werden.

Als übergeordnetes Handlungsziel für die Einzelhandelsentwicklung der Stadt Bochum wird die Sicherung der landesplanerischen Versorgungsfunktion als Oberzentrum bei gleichzeitiger Stärkung der funktional gegliederten Versorgungsstruktur formuliert. Denn durch die teilweise sehr dynamischen Entwicklungsprozesse in den Nachbarkommunen, beispielsweise durch die Ansiedlung innerstädtischer Einkaufscenter, befindet sich die Stadt Bochum in einer intensiven Konkurrenzsituation im Ballungsraum des Ruhrgebiets.

Durch eine Reduzierung der zentralen Versorgungsbereiche von 41 auf 28 wird eine Stärkung der Zentren im Stadtgebiet gezielt vorangetrieben, sodass der Einzelhandel auch weiterhin für die Stadt- und Ortsteilzentren prägend bleibt. Einer Aufgabe von Einzelhandelsangeboten in den Zentren durch etwaige Ansiedlungen von insbesondere großflächigem Einzelhandel an den Ortsrändern wird somit entgegengewirkt. Ungeachtet dessen wird durch die räumliche Steuerung eine fußläufig erreichbare Nahversorgung für den täglichen Bedarf gesichert. Denn insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bekommt auch die wohnortnahe Versorgung in lebensfähigen Stadtteilzentren einen immer höheren Stellenwert. Die Sicherstellung einer möglichst umfassenden, kleinmaschigen Nahversorgung im Bochumer Stadtgebiet ist somit ein zentrales stadtentwicklungsrelevantes Ziel für die Stadt Bochum und rechtfertigt die räumliche Lenkung der entsprechenden Investitionen an die städtebaulich geeigneten Standorte.

Weitergehende Informationen sowie den "Masterplan Einzelhandel Bochum - Fortschreibung 2012" als pdf-Dokument erhalten Sie auf den Internetseiten der Stadt Bochum.