Auf dem Weg in die digitale Handelswelt

Marcus Diekmann referierte im Reschop Carré. (Foto: NST)

Gräbt der Onlinehandel dem klassischen Einzelhandel das Wasser ab? Ist eine friedliche Koexistenz möglich? Zum Thema „Digitaler Marktplatz“ hatte Hattingen Marketing gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Hattingen und der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet am Dienstag, 22. September 2015, zum „Branchentreff Einzelhandel“ ins Reschop Carré eingeladen.

Das Wachstum des Online-Handels bleibt zweistellig – und das trotz eines insgesamt stagnierenden Markts. Doch wie findet man als Unternehmer den Weg in die digitale Handelswelt und welche rechtlichen Hürden und Fallstricke erwarten sie dort? Referenten aus der Praxis berichteten den mehr als 60 Teilnehmern aus erster Hand über erste Schritte in die digitale Welt, erfolgreiche Geschäftsmodelle und rechtliche Rahmenbedingungen. Durch den Abend führte Hattingen Marketing-Geschäftsführer Georg Hartmann.

Marcus Diekmann, Geschäftsführer der „SHOPMACHER eCommerce GmbH“ und Autor des Buchs mit dem provokanten Titel „eCommerce lohnt sich nicht“, berichtete informativ und spannend über Abläufe, Umsatzmöglichkeiten und Ideen zum Thema elektronischer Handel. Dr. Heike Freund, Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz, Wettbewerbsrecht und Marken- und Designrecht, umriss die rechtlichen Rahmenbedingungen von E-Commerce – von der Findung eines passenden Domainnamens über Vertragsrecht bis zum Impressum.

Dawid Schäfers, Geschäftsführer der Agentur „volldigital“, Rémy Ernenwein, Inhaber von Remy's Weinhaus, Holger Rohde, Geschäftsführer der Dortmunder Business Academy Ruhr, und Marcus Diekmann präsentierten in der anschließenden Podiumsdiskussion „Alle Theorie ist grau! Und die Praxis?“ viele Best-Practice-Beispiele.

Nach dem Abschluss-Statement von Stefan Postert, Geschäftsbereichsleiter Handel der IHK Mittleres Ruhrgebiet, stellten sich die Referenten den Fragen der Teilnehmer. Der Informations- und Beratungsbedarf war groß; der IHK-Branchentreff wurde von den stationären Händlern sehr positiv aufgenommen. Den Online-Handel wollen viele für sich nun kreativ nutzen, zum Beispiel mit Internetauftritten und Präsenzen in sozialen Netzwerken, aber auch weiterhin mit den Stärken des lokalen Handels punkten: fachliche Beratung, Service, Kompetenz, Qualität und gegenseitiger Austausch.