Handelsreport Ruhr 2012 [pdf, 5,5 MB]

Handelsreport Ruhr 2012

Die sechs Industrie- und Handelskammern (IHK) des Ruhrgebietes betrachten mit größter Skepsis zunehmende Begehrlichkeiten von Investoren und Städten, Einzelhandelsgroßvorhaben mit innenstadtrelevanten Sortimenten – wie Factory Outlet Center – an verkehrsgünstig gelegenen Standorten außerhalb der gewachsenen Zentren zu realisieren. „Solche Vorhaben an nicht integrierten Standorten sind Frontalangriffe auf die Lebensfähigkeit unserer Innenstädte. Zentrenrelevante Sortimente gehören in die Citys und die Stadtteilzentren, aber nicht wahllos auf die grüne Wiese“, warnte Stefan Postert, für Handel verantwortlicher Geschäftsbereichsleiter der derzeit federführenden IHK Mittleres Ruhrgebiet, bei der Vorstellung des „Handelsreport Ruhr 2012“ auf dem „IHK-Handelsforum Ruhr“ am 25. Mai 2012 in Herten.

„Bei allem Wettbewerb, den wir im Grundsatz begrüßen: Es gibt ein vitales übergeordnetes Interesse an einer ausgewogenen Einzelhandelsentwicklung und einer Stärkung der Innenstädte – denn deren Attraktivität hängt im hohen Maße vom Handelsbesatz ab“, so Postert. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bekomme auch die wohnortnahe Versorgung in lebensfähigen Stadtteilzentren einen immer höheren Stellenwert. Die Zielsetzung müsse also lauten: „Das Handels-Leben muss sich dort abspielen, wo die Menschen sind – Handelspolitik ist damit auch immer Stadtentwicklungspolitik.“

Mit der Vorlage des „Handelsreports Ruhr 2012“ schreiben die Ruhr-IHKs ihren Handelsreport aus dem Jahr 2010 fort. Erfasst sind alle Handelsbetriebe mit mehr als 650 Quadratmeter Verkaufsfläche im Ruhrgebiet – inklusive Kreis Kleve und Märkischer Kreis. Im Untersuchungsraum leben 5,89 Millionen Menschen mit einem jährlichen Einkaufsbudget von rund 34 Milliarden Euro. Trotz der nur moderaten Inflation in den letzten Jahren ist das Marktpotenzial damit seit dem letzten „Handelsreport Ruhr“ real gesunken. 3580 Betriebe mit 6,84 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche wurden im Rahmen des „Handelsreports Ruhr“ ermittelt – der Bestand bewegt sich damit nahezu auf dem Niveau der letzten Erhebung. Die Mehrzahl der flächenmäßig größten Betriebe sind Bau- und Gartenmärkte sowie Möbel- und Einrichtungshäuser. Zwei Drittel der Gesamtverkaufsfläche werden durch die Warengruppen Nahrungs- und Genussmittel, Baumarkt und Möbel belegt.

Im Mittelpunkt des „Handelsreports Ruhr 2012“ stehen zwar die neuesten Zahlen, Daten und Fakten zur Entwicklung des Einzelhandels. Aber dennoch ist der IHK-Report mehr als nur eine reine Datensammlung. Er ermöglicht darüber hinaus Einblicke in neueste Trends und Entwicklungen im Einzelhandel, die sich immer auch zuerst im Ruhrgebiet widerspiegeln. Jüngstes Beispiel: Factory Outlet Center (FOC).

Der Handelsreport 2010 und 2012 stehen Ihnen als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung.