Flächen

„Industrie braucht Raum". Damit ist nicht nur eine Wahrheit, sondern auch ein Dilemma im mittleren Ruhrgebiet beschrieben. Die Flächenknappheit in der Region wird am Beispiel von Bochum durch aktuelle Zahlen, herausgegeben vom Regionalverband Ruhr, deutlich: Bis 2034 wird ein Bedarf an Gewerbeflächen von 230 ha prognostiziert, planungsrechtlich gesichert sind aber nur 175 ha. Hinzu kommen zwei weitere entscheidende Faktoren. Von diesen 175 ha stehen aufgrund erheblicher Restriktionen de facto nur 55 ha zur Vermarktung zur Verfügung. Und echte Industrieflächen gibt es kaum noch, selbst auf der ehemaligen Opel-Fläche (heute: Mark 51.7) als klassischer Industriefläche wird künftig wegen Lärmschutz kaum noch Produktion stattfinden können.

Die Bereitstellung von geeigneten Gewerbeflächen wird also zu einem Problem. Die Bevorratung an Flächen sollte antizyklisch verlaufen, die Entwicklung baureifer Gewerbe- und Industrieflächen benötigt als Minimum einen fünfjährigen Vorlauf. Die Zeit muss daher sinnvoll für die Entwicklung und Erschließung, aber auch für die Identifikation neuer Gewerbe- und Industriestandorte genutzt werden.

Grundsätzlich darf eine notwendige Begrenzung des Flächenverbrauchs nicht zu Lasten von neuen marktgerechten Standorten für Gewerbe und Industrie sowie der Standortsicherung von bestehenden Betrieben gehen. Wenn absehbar keine Flächenreserven mehr vorhanden sind, darf auch der Freiraum kein Tabu sein.

Aus Sicht der IHK Mittleres Ruhrgebiet ist jede Stadt im IHK-Bezirk aufgefordert, ein zeitgemäßes gewerbliches Flächenmanagement zu betreiben.

Flächenentwicklung

In Vertretung der Mitgliedsunternehmen steht die IHK in Gesprächen und Verhandlungen mit den Verantwortlichen auf kommunaler und Landesebene sowie in entsprechenden Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange für eine sowohl vorausschauende als auch nachhaltige Flächenentwicklungspolitik. Die grundsätzliche Positionen zur Regionalplanung werden bei der IHK durch den Geschäftsbereich 3 erarbeitet.

Flächensicherung

Bestehende Gewerbe- und Industriestandorte müssen gesichert werden. Die Problematik, die in vielen Kommunen herrscht, dass traditionelle Industriestandorte wie Häfen und Bahnflächen in Wohnraum umgenutzt werden, führt dazu, dass verfügbare Flächenpotenziale mit ausreichender Größe, guter Anbindung und ohne Altlasten- und weitere Restriktionen immer knapper werden. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Flächen, die bisher gewerblich- und industriell genutzt wurden, auch nach Umstrukturierungen und planerischen Maßnahmen weiterhin für diese Nutzung vorgesehen werden können. Die Belange der Wirtschaft müssen in diesem Prozess sehr deutliche artikuliert und vertreten werden. Darum bemüht sich die IHK als regionaler Partner der Wirtschaft vor Ort.

Flächenrecycling

Steigende Rohstoffpreise, hohe Verkehrsbelastungen, veränderte Konsumgewohnheiten im zunehmenden Distanzhandel, veränderte Gesellschaftsstrukturen, der demografische Wandel und das Erfordernis zum nachhaltigen wirtschaften lassen zentral liegende Standorte wieder an Attraktivität gewinnen. Die Entscheidung für die „grüne Wiese“ wird im Bewusstsein der Wirtschaft und Unternehmen als immer schwieriger gesehen. Zentral liegende Flächen mit einer sehr guten Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur und damit Erreichbarkeit der wichtigen Zielmärkte machen das Mittlere Ruhrgebiet hoch attraktiv für Neuansiedlungen und Erweiterungen bestehender Unternehmen. Was auf der einen Seite ein weiteres Stück Strukturwandel und Verlust bedeutet, ist auf der anderen Seite auch eine Chance, um neue Branchen anzusprechen und neue Märkte zu erschließen. Altindustriell oder bisher gewerblich genutzte Flächen mit Altlasten und hohen Verdachtsfällen in der Verunreinigung bieten eine große Chance, mit dem entsprechenden Know-how 1a-Flächen für Industrie, Gewerbe und Produktion zu erhalten und neu zu entwickeln.

Ein starker Partner hierfür ist der

AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung