Das Ende des "Lappens"

Berufskraftfahrer aufgepasst: Fahrer, die Busse mit mehr als acht Fahrgastsitzplätzen lenken, müssen ab September 2013 eine besondere Qualifikation durch den Eintrag der Kennzahl "95" im Fuhrerschein nachweisen. Gleiches gilt ab September 2014 für alle Fahrer von Lkw der Fahrzeugkombinationen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen.

Lehrgänge zur Berufskraftfahrer-Weiterbildung werden in der Regel in fünf Modulen zu je sieben Stunden angeboten. Der Kraftfahrer soll darin die aktuellen Entwicklungen zu seinem Berufsbild kennenlernen. Schwerpunkte sind wirtschaftliches Fahren und Verkehrssicherheit. Auf dem Stundenplan stehen aber unter anderem auch Rechtsvorschriften zum Transport bestimmter Güter (zum Beispiel Tiere, Lebensmittel und Gefahrgut), Ladungssicherung, Maßnahmen bei Unfällen sowie gesunde Ernährung.

Weist der Kraftfahrer nach, dass er die Schulung absolviert hat und die Voraussetzungen erfüllt, wird die Kennzahl „95“ im Kartenführerschein eingetragen und mit einer fünfjährigen Gültigkeit versehen. (Damit müssen sich nun auch die letzten Berufskraftfahrer von ihrem grauen oder rosa „Lappen“ trennen.) Die „95“ sagt jedem Kontrollbeamten, dass Fahrten im Personen- beziehungsweise Güterkraftverkehr in der EU durchgeführt werden dürfen.

Weil das Schulungsangebot begrenzt ist, sollte frühzeitig mit der Suche nach einem geeigneten Veranstalter begonnen werden. Den Fahrern droht sonst das Aus für ihre berufliche Tätigkeit und den Arbeitgebern der Verlust des Fahrpersonals.

Auf Berechtigung achten

Bei der Wahl des Schulungsanbieters sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dieser tatsächlich zur Weiterbildung berechtigt ist, weil Weiterbildungsnachweise, die von einer nicht anerkannten Ausbildungsstätte ausgestellt wurden, ungültig sind.

Anerkannte Ausbildungsstätten sind

  • Fahrschulen mit einer aktiven Fahrschulerlaubnis für CE oder DE,
  • Ausbildungsstätten mit einer Anerkennung der zuständigen Länderbehörde (in Nordrhein-Westfalen ist das die Bezirksregierung) und
  • Ausbildungsbetriebe nach dem Berufsbildungsgesetz, sofern sie eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb durchführen. Ausbildungsbetriebe benötigen als Nachweis eine Bescheinigung der zuständigen IHK.

Auskünfte zu anerkannten Anbietern sowie ein Merkblatt mit Informationen zur Berufskraftfahrerqualifikation erhalten Fahrer und Unternehmer bei Kerstin Groß. Das Merkblatt steht im Downloadbereich der Seite "Fachberatung Verkehr" unter "Berufskraftfahrer" zur Verfügung.

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