Auswirkungen des eCommerce

auf die Verkehrsströme innerstädtischer Einzelhandelsstandorte am Beispiel der Stadt Bochum.

Hat der eCommerce
nachweislich Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen und die daraus entstehenden Belastungen des Straßeninfrastrukturnetzes in und um den Innenstadtring von Bochum? Diese Studie belegt: Der eCommerce hat Auswirkungen auf die Verkehrsströme Bochums.

Eine gute Erreichbarkeit
Eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt ist für fast 90 Prozent der Besucher von herausragender Bedeutung. Dabei nutzt die Mehrheit den motorisierten Individualverkehr, dicht gefolgt vom öffentlichen Personennahverkehr mit knapp 40 Prozent.

Die Verknüpfung des digitalen Handels mit dem stationären Handel wird zukünftig stärker nachgefragt werden. Diese Studie geht im Ergebnis davon aus, dass sich eCommerce und stationärer Handel parallel entwickeln werden und der eCommerce den stationären Handel nicht verdrängt. Daraus lässt sich schließen, dass eine eher gemäßigte gleichzeitige Entwicklung nicht zu abgeschwächten Verkehrsströmen in der Innenstadt führen wird.

Auf Händlerseite
Auf Händlerseite zeichnet sich das Bild ab, dass in Bochum 79 Prozent der Befragten bisher noch keine eCommerce-Konzepte wie Multichannel oder Omnichannel nutzen – diese Zahl wird sich verringern. 73 Prozent der Händler erhalten dennoch heute schon ihre Waren von einem Kurier-Express-Paket-Dienstleister, 42 Prozent werden täglich beliefert – diese Zahlen werden sich erhöhen. Dabei zeichnet sich ab, dass die Sendungsgrößen deutlich kleiner werden und die Frequenz der Belieferung daher steigen wird. Die hybriden Handelsmodelle werden vermehrt Distribution in und aus der Stadt verursachen.

So führt allein das ansteigende Sendungsvolumen der KEP-Branche zu einer Verkehrszunahme in Bochum. Unter der Annahme, dass der demografische Wandel zu einem wachsenden Anteil einer voraussichtlich mobilen älteren Bevölkerungsgruppe führt, kann darüber hinaus von mindestens gleichbleibenden oder gar erhöhten Individualverkehren ausgegangen werden.

Die Mobilitätsbedürfnisse
Die Mobilitätsbedürfnisse werden also in der Summe wachsen. Es wird deutlich, dass die Bedarfe, die sich aus der Zunahme der Verkehre ergeben, zwingend in den Planungen für den Aus-, Neu- und Rückbau der Infrastruktur berücksichtigt werden müssen.

Es ist dringend zu empfehlen, insbesondere die Anforderungen der innerstädtischen Wirtschafts- und Güterverkehre bei der Infrastrukturplanung zu berücksichtigen. Das Mindeste ist, den Erhalt der bestehenden Infrastruktur an den Cityradialen zu garantieren.

Bei der Entscheidungsfindung über den Infrastrukturrück-, -aus- oder -neubau sollten Stadtrat und Bezirksvertretungen, Planungsbehörden, Wirtschaftsunternehmen und die Kammern sowie Fachverbände als Interessenvertreter gemeinsam mitarbeiten.

Falls die Erreichbarkeit für die Innenstadt reduziert wird, steigt – vor dem Hintergrund des Wettbewerbs zwischen den Handelsstandorten und auch des Onlinehandels – die Gefahr, dass die Besucherfrequenz in der Bochumer Innenstadt abnimmt.

Die Digitalisierung
Die Digitalisierung erzeugt nicht nur Verkehr, sie bietet auch die Chance, diesen optimal zu erfassen: Für eine Ausweitung der Verkehrsdatenerfassung sollten zusätzliche Messstellen geschaffen werden, die dauerhaft und in verwertbarer Qualität Daten liefern. Der Verwaltung bieten sich Chancen und Potenziale zur Optimierung durch Kooperation mit regionalen F&E-Projekten, die sich mit den Herausforderungen der Innenstadtbelieferung auseinandersetzen.

Städtische Logistikprobleme
Städtische Logistikprobleme zu verdeutlichen, bedeutet für die Wirtschaft in einen kontinuierlichen Dialog mit Politik und Verwaltung einzusteigen. Dazu sollte eine dauerhafte Position innerhalb der Verwaltung geschaffen werden, die die Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft koordiniert und gewährleistet. Die Etablierung eines „Stadtlogistikbeauftragten“ ist zu empfehlen.

Die komplette Ausgabe der Studie kann hier heruntergeladen werden.

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