Bundesverkehrswegeplan 2030

Es hat sich gelohnt - Beifall aus Bochum für Berlin: Der am Mittwoch von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellte Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 stellt nicht nur für das mittlere Ruhrgebiet mittelfristig die Weichen aus dem drohenden Verkehrsinfarkt – der Bund hat darüber hinaus den vor vier Jahren von der IHK Mittleres Ruhrgebiet in die Diskussion gebrachten Ausbau der A 42 zu seiner Sache gemacht und das Projekt in den „Vordringlichen Bedarf-Engpassbeseitigung“ eingestuft.

„Wir haben vor vier Jahren davor gewarnt und nach und nach regionale wie landesweite Entscheider für diese Position gewinnen können, dass die A 42 – vor allen Dingen wegen des bis dahin um vermutlich 70 Prozent wachsenden Güterverkehrs – spätestens 2025 kollabieren wird, wenn wir nicht den sechsspurigen Ausbau zwischen dem Autobahnkreuz Essen-Nord und dem Autobahnkreuz Herne angehen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte niemand diese enorm wichtige Ost-West-Verbindung auf der Rechnung. Nun bescheinigt uns das Bundesverkehrsministerium, dass unsere Sorgen berechtigt waren und sind. Der Bundesverkehrswegeplan umfasst 250 neue Projekte aus NRW, nur elf davon haben ein extrem hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis. Und die A 42 gehört dazu“, kommentiert Rouven Beeck, zuständiger Geschäftsbereichsleiter Verkehr der IHK, den BVWP. Schon heute ist etwa die Belastung der A 42 zwischen dem Autobahnkreuz Herne und Gelsenkirchen-Bismarck so hoch wie auf der parallel verlaufenden A 40 – und der Schwerlastverkehr ist sogar noch stärker.

Die drei großen Autobahnen, die durch den IHK-Bezirk führen, sind alle in die oberste Kategorie des BVWP aufgenommen worden: der sechsspurige Ausbau der A 40 zwischen dem Autobahnkreuz Bochum-West und dem Kreuz Bochum, der sechsspurige Ausbau der A 43 von Witten-Heven bis Marl-Sinsen – hier läuft bereits der Ausbau zwischen dem Autobahnkreuz Recklinghausen und dem Rhein-Herne-Kanal – und die A 42 von der Anschlussstelle Bottrop bis zum Autobahnkreuz Herne mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 357 Millionen Euro. All diese Projekte können in den nächsten Jahren bei vorliegender Planung angegangen werden – diese Sicherheit haben nun alle Beteiligten durch die Festsetzungen des BVWP.

Das Bundesverkehrsministerium, so Beeck, räume im BVWP ausdrücklich ein, der Bund müsse „künftig zielgerichteter als in der Vergangenheit in die Bundesverkehrswege investieren“. Deshalb habe sich der Bund auch die Position zu Eigen gemacht, in „großräumig bedeutsame“ Strecken zu investieren – also Hauptachsen und Knoten. „Dies haben die Ruhr-IHKs bereits 2012 in ihrer Studie ,Verkehrsleistungen des Ruhrgebiets im Metropolenvergleich‘ gefordert und gleichzeitig belegt, dass jeder im Ruhrgebiet investierte Euro auch für den Rest von Deutschland im Vergleich zu anderen Metropolen am gewinnbringendsten ist. Es hat sich gelohnt, in den letzten Jahren in unserer Region und dem Ruhrgebiet für diese Sichtweise zu werben“, so Beeck zufrieden.

Was die IHK Mittleres Ruhrgebiet darüber hinaus zufrieden stimmt: Sowohl für den Ausbau des Rhein-Herne-Kanals als auch für den RRX, die schnelle Schienenverbindung von Köln nach Hamm, gibt es Geld vom Bund.

Den mahnenden Finger muss die IHK allerdings trotzdem heben: „Papier ist geduldig und löst keine Verkehrsprobleme. Es wird jetzt sehr darauf ankommen, die vordringlichen Projekte schnellstmöglich zur Baureife und in die Umsetzung zu bringen“, richtet Beeck seinen Fokus auf die notwendigen Aktivitäten von Land und Region. Und dafür braucht man Personal, sprich: Der Landesbetrieb muss personaltechnisch zwingend weiter aufgerüstet werden.

Der Bundesverkehrswegeplan steht auf der Website des BMVI zur Verfügung.

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