IHKs im Ruhrgebiet legen Gutachten „Stresstest Straße“ vor

Sollten die neuen im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Projekte für das Ruhrgebiet nicht alle umgesetzt werden, drohen der Region 2030 täglich 91.000 zusätzliche Staustunden. Etwa ein Ausfall der Brücke über die A43 an der Wittener Straße in Bochum beschert dem ganzen Ruhrgebiet täglich 56.000 Staustunden mehr.

Das sind mit Blick auf das mittlere Ruhrgebiet die Kernergebnisse des gemeinsam von den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet (IHK) vorgelegten Gutachtens „Stresstest Straße - Wie leistungsfähig sind die Straßen im Ruhrgebiet?“.

Nach den Daten des Gutachtens wird der Personenverkehr nur um drei Prozent, der Güterverkehr mit einem Plus von 24 Prozent dynamischer bis 2030 wachsen. Unter der Prämisse „Was passiert, wenn nichts passiert“, prognostizieren die Gutachter für das Ruhrgebiet 91.000 zusätzliche Fahrzeugstunden im Stau – und das täglich. Verglichen mit den Werten von 2010 ist das eine Steigerung um 44 Prozent. Der überwiegende Teil der wichtigen Verkehrsprojekte im Ruhrgebiet ist im Entwurf des BVWP zwar aufgenommen und positiv bewertet worden. Aber: „Im Plan zu stehen ist sicher schön, reicht aber nicht aus. Bund und Land müssen mit Unterstützung der Städte gemeinsam daran arbeiten, die zentralen Verkehrsprojekte zur Baureife zu bringen und umzusetzen“, so Rouven Beeck, Geschäftsbereichsleiter Verkehr der IHK Mittleres Ruhrgebiet.

Ebenfalls untersucht hat die Studie die Wirkung von Ausfällen der Infrastruktur. Hier zeigt sich, dass die Region stärker gemeinsam agieren muss. Denn: Ein Ausfall zum Beispiel in der Mitte des Ruhrgebiets bringt durch Ausweichverkehre spürbare Belastungen für weite Teile des gesamten Ruhrgebiets. Kerstin Groß, Verkehrsexpertin der IHK Mittleres Ruhrgebiet, macht dies am Beispiel der Sperrung der Brücke über die A43 (B226/Wittener Straße) in Bochum fest: „Sollte die Brücke der A43 über die B226 gesperrt werden, bedeutet dies für die Verkehrsteilnehmer im gesamten Ruhrgebiet 56.000 Stunden mehr Stau jeden Tag. Die Hauptlast wird natürlich in Bochum liegen, aber daneben sind auch der Dortmunder Raum sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis und Gelsenkirchen stark betroffen.“ Insgesamt kommen die Gutachter auf 32.000 Stunden Fahrzeitverluste – jeden Tag. Vor diesem Hintergrund  fordert die IHK Mittleres Ruhrgebiet neben der zügigen Umsetzung der im BVWP enthaltenen Projekte eine noch bessere Koordination der verantwortlichen Baulastträger, ein optimiertes Planungsmanagement sowie eine frühzeitige Kommunikation.

Die gesamte Studie ist auf der Homepage der Ruhr-IHKs abrufbar:
www.ihks-im-ruhrgebiet.de

Die Zusammenfassung mit dem Bochumer Ausfallszenario steht hier [pdf, 3,0 MB] als Download zur Verfügung.

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