Gefahrgutbeauftragte

Sobald ein Unternehmen an der Beförderung gefährlicher Güter mit Straßen-, Eisenbahn-, Wasser- oder Luftfahrzeugen beteiligt ist, besteht grundsätzlich die Verpflichtung, einen Sicherheitsberater (Gefahrgutbeauftragten) zu bestellen. Voraussetzung dafür ist, dass der Gefahrgutbeauftragte Inhaber eines für den betroffenen Verkehrsträger gültigen Schulungsnachweises ist. Dieser wird nach Abschluss eines anerkannten Lehrgangs bei einem externen Schulungsveranstalter und nach erfolgreicher Ablegung einer entsprechenden IHK-Prüfung – die Prüfungstermine werden dabei individuell mit den Schulungsveranstaltern vereinbart - erteilt. Der Schulungsnachweis hat eine Gültigkeitsdauer von insgesamt fünf Jahren. Er kann nach Absolvierung einer Verlängerungsprüfung innerhalb der Geltungsdauer verlängert werden.

Neue Satzung für den Bereich Gefahrgutbeauftragte
Der Gesetzgeber hat die Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV) geändert. Die Gefahrgutbeauftragtenprüfungsverordnung (PO Gb) wurde aufgehoben. Da es keine PO Gb mehr gibt, müssen unter anderem die Details der Prüfungen durch ein angepasstes IHK-Satzungsrecht festgelegt werden.

Mit Inkrafttreten der neuen GbV wird auch das Schulungs- und Prüfungssystem geändert und vereinfacht. Damit die Prüfungen nach der neuen GbV angeboten werden dürfen, hat die Vollversammlung der IHK Mittleres Ruhrgebiet in ihrer Sitzung am 1. Dezember 2011 eine neue "Satzung betreffend die Schulung, die Prüfung und die Erteilung des Schulungsnachweises für Gefahrgutbeauftragte“ verabschiedet.
Die neue Satzung kann hier [pdf, 33 KB] eingesehen werden.

Gefahrgutfahrer

Fahrzeugführer, die gefährliche Güter auf der Straße in kennzeichnungspflichtigen Mengen transportieren, unterliegen einer besonderen Schulungspflicht.

Sie müssen gemäß  Kapitel 8.2 Anlage B zum Europäischen Übereinkommen vom 30. September 1957 über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) grundsätzlich im Besitz einer ADR-Card sein.

Die IHK erkennt Schulungsveranstalter an, genehmigt die Lehrgänge zur Schulung der Gefahrgutfahrer und stellt den Fahrern im Anschluss an den Lehrgang und nach Bestehen der Prüfung die ADR-Card aus.
Die ADR-Card hat eine Gültigkeit von fünf Jahren. Sie muss vor Ablauf der Gültigkeit durch den erneuten Besuch eines Lehrganges und anschließender bestandener Prüfung verlängert werden.

Keine Prüfung ohne Foto
Für alle Fahrzeugführer, die ab dem 1. Januar 2013 den ADR-Nachweis neu erwerben, gibt es nur noch die Karte. Bei Weiterbildungen zum Basiskurs oder dann, wenn ein Fahrzeugführer eine weitere Klasse erwirbt, wird nach der bestandenen Prüfung ebenfalls automatisch die neue Karte ausgestellt.
Um eine höhere Fälschungs- und Betrugssicherheit zu gewährleisten, wird die Karte mit einem Foto versehen sein.
Wichtig: Das Foto muss dem Schulungsveranstalter spätestens am Tag der Prüfung vorliegen, andernfalls kann die Prüfung nicht abgelegt werden.
Das Foto muss den Anforderungen an ein biometrisches Passbild entsprechen. Entspricht das Foto NICHT dem Format, wie es bei neu auszustellenden Pässen, Personalausweisen, Führerscheinen etc. gefordert wird, kann der Prüfling erst bei Vorlage des geforderten Fotos die Prüfung ablegen.

Die Satzung zur Gefahrgutfahrerausbildung kann hier [pdf, 130 KB] eingesehen werden.

Änderungen im Gefahrgutrecht
Wichtige Neuerungen beim Transport gefährlicher Güter auf Straße und Schiene: Zum 1. Januar 2017 treten mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten die Änderungen des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) sowie der Regelung zur internationalen Beförderung gefährlicher Güter im Schienenverkehr (RID) in Kraft.

Download: Richtlinien zur Durchführung der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt und weiterer gefahrgutrechtlicher Verordnungen –RSEB– [1,8 MB]

Download:  Anlage 12 zu den Durchführungsrichtlinien [1,4 MB]