Das Ruhrgebiet verfügt über ein vergleichsweise dichtes Schienennetz. Die Eisenbahn übernimmt eine wichtige Funktion im Bereich des nationalen und internationalen Güterverkehrs. Im Schnittpunkt mehrerer europäischer Eisenbahnmagistralen ist die Region, und damit auch die Städte Bochum, Herne, Witten und Hattingen, ein strategisch günstig gelegener Quell- und Zielort von Massen- und Stückgütern.

Der Güterverkehr auf der Schiene hat den massiven Einbruch aus dem Krisenjahr 2009 fast wieder wettgemacht. Dank der kräftigen Konjunkturerholung wurden 2010 auf dem deutschen Schienennetz 355,7 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das sind 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (Quelle: Statistische Bundesamt). 2015 sind die Mengen weiter zurückgegangen auf insg. 300,2 Mio. t/km. Das ist ein Rückgang gegenüber 2014 von -8,8 %.
 
Allerdings war der Gütertransport mit der Bahn 2009 noch rasanter um 15,9 Prozent weggebrochen. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2008 lag bei 371,3 Millionen Tonnen beförderter Güter.
(Quelle: https://www.deutschebahn.com)

Allerdings war der Gütertransport mit der Bahn 2009 noch rasanter um 15,9 Prozent weggebrochen. Daher unterschritt die 2010 beförderte Menge den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2008 um 4,2 Prozent. Damals waren 371,3 Millionen Tonnen befördert worden.

Leistungsfähige Schienengüterverkehrsknoten und Umschlagterminals, zum Beispiel in Dortmund, Duisburg, Hagen, Hamm und Herne, dienen als Drehscheiben für den nationalen und europäischen Güterverkehr.

Die Möglichkeiten, auch den regionalen Güterverkehr über die Bahn und das Binnenschiff abzuwickeln, sind begrenzt. Die spezifischen Eigenschaften der Bahn und die Verfügbarkeit des Netzes, vor allem aber auch die Frage der Wirtschaftlichkeit von Transporten, machen die Straße in diesem Entfernungsbereich in der Regel alternativlos. Dennoch bietet die Verknüpfung der Verkehrsträger weitere Effizienzgewinne. Diese können aber nur ausgeschöpft werden, wenn die verschiedenen Verkehrsträger sich als Teil eines logistischen Gesamtsystems und nicht als Konkurrenten betrachten.

Die verkehrspolitisch gewünschte Stärkung des Schienengüterverkehrs kann vor allem durch mehr Wettbewerb forciert werden. Ein diskriminierungsfreier Zugang zum Netz ist gerade für kleinere Privatbahnen eine wesentliche Voraussetzung, um Planungssicherheit für erforderliche Investitionen zu haben.

Die große Bedeutung der ZARA-Häfen für die Ruhrwirtschaft führt dazu, dass zukünftig in noch größerem Umfang entsprechende Hinterlandverkehre auf das Ruhrgebiet zurollen werden. Laut eines Gutachtens des Verkehrsverbandes Westfalen aus dem Jahr 2011 werden die Seehafenhinterlandverkehre (tkm) bis 2025 im Mittel um 168 Prozent zunehmen. Hierfür ist vor allem eine Ertüchtigung der entsprechenden Schienengüterverkehrsstrecken und -knotenpunkte unabdingbar.

Studie Fahrplan 2025 für das Schienennetz NRW [pdf, 2,4 MB]