Broschüre „Internationalisierungsstrategien des Mittelstands“

Auslandsengagement bringt Vorteile
Eine Studie der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Die weltweiten Wirtschaftsprozesse, die mit dem Schlagwort „Globalisierung“ zusammengefasst werden, bieten auch kleinen mittelständischen Unternehmen in der Region Mittleres Ruhrgebiet prinzipiell große Wachstumschancen. Gleichzeitig hemmt der Mangel an Ressourcen diese Unternehmen häufig, ihre Wachstumspotentiale auch wahrzunehmen.

Die IHK Mittleres Ruhrgebiet untersuchte in einer Studie, die gemeinsam mit der Universität Ulm entwickelt worden ist, in welchem Umfang sich mittelständische Unternehmen im mittleren Ruhrgebiet tatsächlich auf die Wahrnehmung von Geschäftschancen im internationalen Umfeld einlassen. Die Ergebnisse dieser Befragung liegen nun in einer Broschüre zusammengefasst vor. Die Studie „Internationalisierungsstrategien des Mittelstands“ fasst in einem ersten Teil die aktuelle betriebs- und volkswirtschaftliche Diskussion und die daraus resultierenden akademischen Handlungsempfehlungen zusammen. Der zweite Teil der Untersuchung wertet eine Befragung ausgewählter Mitgliedsunternehmen der IHK Mittleres Ruhrgebiet zum Stand der eigenen Internationalisierungsbemühungen aus. Diese quantitative Untersuchung wird ergänzt durch eine Reihe von Interviews mit mittelständischen Unternehmen, die sich bereits vor Jahren dazu entschlossen haben, den Schritt ins Ausland zu wagen.

Im Ergebnis zeigt die Studie, dass eine erfreulich große Zahl mittelständischer Unternehmen aus dem mittleren Ruhrgebiet im Auslandsgeschäft sehr erfolgreich ist. Diese Unternehmen engagieren sich überwiegend im direkten Export und bevorzugen zunächst die Mitgliedsländer der Europäischen Union. Eine ganze Reihe von Firmen importiert inzwischen aber auch Waren sowie Vormaterialien aus der VR China. Andererseits konnte ein erhebliches Potential an Firmen identifiziert werden, deren Auslandsengagement noch hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Gerade die Interviews mit Vertretern international aktiver Unternehmen zeigen den Wert eines verstärkten Auslandsengagements: Viele der Gesprächspartner betonen, dass das eigene Unternehmen ohne Auslandsaktivitäten heute nicht mehr oder nur noch in sehr reduzierter Form existieren würde. Als Strategieempfehlung lässt sich aus diesen best-practice-Beispielen ableiten, dass es weitgehend aussichtslos ist, sich auf einen Preiskampf mit ostasiatischen Konkurrenten im Billigpreissegment einzulassen. Sehr gute Erfolge lassen sich hingegen mit technisch hoch spezialisierten Nischenprodukten erzielen, die auf höchstem Qualitätsniveau zu auskömmlichen Preisen weltweit vermarktet werden.

Wie ein roter Faden zieht sich durch die Untersuchung die Einsicht, dass Erfolg oder Misserfolg bei der Internationalisierung zu einem erheblichen Teil von der Verfügbarkeit geeigneten Personals abhängt. Entsprechend haben viele Unternehmen inzwischen bereits bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter großen Wert auf internationale Erfahrung, Flexibilität und Sprachkenntnisse gelegt, ohne die angestammten Kernkompetenzen im technischen Bereich zu vernachlässigen.

Unternehmen, die den Schritt in neue Märkte gewagt haben, berichten, dass die Auseinandersetzung mit anderen Kundenerwartungen, besonderen nationalen technischen Spezifikationen und eine insgesamt andere Rechts- und Geschäftskultur ihr Unternehmen insgesamt – und damit auch für den deutschen Markt – leistungsfähiger gemacht hat.

Daher kann Unternehmen nachdrücklich empfohlen werden, die eigenen Möglichkeiten für ein verstärktes Auslandsengagement gründlich zu prüfen. Die IHK Mittleres Ruhrgebiet bietet hierzu in vielfältiger Weise Hilfestellungen an.

Die vollständige Studie finden Sie im Infopoint rechts.