10.05.2017 - Pressemitteilung 31/2017 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Blaupause für Deutschland

Unter dem Motto „Alles unter einem Dach“ wird sich die frühere Opel-Ausbildungswerkstatt in Bochum-Langendreer in den nächsten Monaten zu einem großen Qualifizierungszentrum für Flüchtlinge und Zugewanderte wandeln

In den Räumen der IHK fand die Mitgliederversammlung des Vereins "QuAZ" unter Leitung von IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik statt.

Unter dem Motto „Alles unter einem Dach“ wird sich die frühere Opel-Ausbildungswerkstatt in Bochum-Langendreer in den nächsten Monaten zu einem großen Qualifizierungszentrum für Flüchtlinge und Zugewanderte wandeln: Ein „Trägerverbund Mittleres Ruhrgebiet“, der sich bei einer Ausschreibung der Bundesagentur für Arbeit gegen zwei weitere Bewerber durchgesetzt hat, wird dort bis zu 250 Teilnehmer gleichzeitig in unterschiedlichen Bereichen qualifizieren. Der erst am 3. März gegründete „Verein zur Unterstützung der Qualifizierung und Ausbildung von Zugewanderten e.V.“ (QuAZ) hat auf seiner heutigen Mitgliederversammlung bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet einstimmig beschlossen, dieses Projekt zu unterstützen.

„Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die regionale Kooperation“, kommentierte Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister von Herne, diesen Schritt. Und Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet und Vorsitzender von „QuAZ“, erklärte, diese bislang größte Maßnahme dieser Art in NRW „bieten wir als Blaupause für ganz Deutschland an – so etwas sollte überall entstehen“.

Träger des neuen Qualifizierungszentrums, das am 1. September seine Arbeit aufnehmen wird, sind die Bochumer „Gewerkstatt – Gemeinnützige Gesellschaft für berufsbezogene Bildung mbH“, die „Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft Herne mbH“, die Volkshochschule Witten Wetter Herdecke sowie der Hattinger Verein „HAZ Arbeit + Zukunft“. Das Konzept sieht einen bunten Strauß von Maßnahmen vor, um den Teilnehmern einen späteren Einstieg in die Ausbildung, die Arbeit oder auch ein Studium zu ermöglichen: Nach einer Kompetenzfeststellung, die sich sowohl auf das Sprachvermögen als auch auf im Heimatland bereits erworbene Fähigkeiten bezieht, sollen die Teilnehmer individuell nach ihren Möglichkeiten bis zu einem halben Jahr berufsbezogenen Sprachunterricht erhalten, in sechs verschiedenen Berufsfeldern in den Räumlichkeiten der früheren Opel-Lehrwerkstatt angeleitet werden, Praktika in Betrieben machen und sozialpädagogisch betreut werden. Peter Lübbert, Sprecher des Trägerverbundes: „Die ehemalige Opel-Werkstatt ist für dieses Konzept ideal, denn es garantiert eine Maßnahme der kurzen Wege.“ Und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch lobt: „Es ist das herausragende Merkmal des Konzeptes, dass sich hier Spracherwerb und Qualifikation zeitlich und inhaltlich verschränken. Und die Menschen so schneller selbstständig werden. Dies zielt konkret auf die Arbeitswelt – und das ist der Schritt zur Integration.“

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Maßnahme zunächst auf ein Jahr ausgeschrieben und vergeben – sie kann auf drei Jahre verlängert werden. Im ersten Jahr fließen aus Mitteln der Bundesagentur, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie des Landes NRW vier Millionen Euro in das Projekt. Durch die heute zugesagte Förderung des Landes – zwei Millionen Euro in drei Jahren – sei es insbesondere möglich, den Sprachunterricht signifikant auszuweiten, so Lübbert.

Die Teilnehmer des Projektes werden von der Bundesagentur ausgewählt. 150 kommen aus Bochum, 50 aus Herne, jeweils 25 aus Witten und Hattingen. Jeder soll mindestens sechs Monate im Qualifizierungszentrum verbringen. Sollte das Projekt über drei Jahre laufen, könnten so 1500 Personen in Bochum-Langendreer gefördert werden. Lübbert betonte, dass die Unterstützung von „QuAZ“ eine besondere Bedeutung für den Trägerverbund habe, da „damit die Einbindung der Unternehmen gewährleistet“ sei. Denn die Qualifizierung erfolge mit Blick auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes.

Mit dem heutigen Beschluss hat „QuAZ“ seine Anfang des Jahres formulierte Ankündigung wahr gemacht, Integrations-Projekte anstoßen und unterstützen zu wollen, die allen vier Städten des mittleren Ruhrgebietes zu Gute kommen sollen. Der Verein repräsentiert ein in dieser Form einmaliges gesellschaftliches Bündnis, das aus den Städten Bochum, Herne, Witten und Hattingen, der Bochum Perspektive 2022, der Kreishandwerkerschaft Ruhr, der Kreishandwerkerschaft Herne, der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule Bochum, der IG Metall Bochum – Herne, dem Arbeitgeberverband der Eisen- und Metallindustrie für Bochum und Umgebung e.V., dem evangelischen Kirchenkreis Bochum, dem Stadtdekanat Bochum und Wattenscheid, der Arbeitsgemeinschaft Bochumer Moscheen sowie der IHK Mittleres Ruhrgebiet besteht.

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