15.05.2013 - Pressemitteilung 38/2013

Das Herz schlägt für die Innenstädte

„Läden mit Textilien, Haushaltsartikeln und sonstigen innenstadtrelevanten Sortimenten gehören in die Stadt- und Stadtteilzentren. Wenn auf der grünen Wiese Fachmarktzentren gebaut werden, die mit Läden bestückt sind, die vor allem diese Sortimente führen, schadet dies der City und den Nebenzentren.“ Mit dieser Aussage unterstrich Stefan Postert, Geschäftsbereichsleiter der IHK Mittleres Ruhrgebiet und Federführer „Handel, Stadtentwicklung und Stadtmarketing“ der NRW-IHKs, die Position der Ruhr-IHKs beim diesjährigen IHK-Handelsforum Ruhr in Dortmund. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Dienstagabend stand das dynamisch wachsende Segment der Fachmärkte und Fachmarktzentren.

Zunehmende Sorge

Die sechs Ruhr-IHKs betrachten mit zunehmender Sorge die Pläne von Investoren, Einzelhandelsvorhaben mit innenstadtrelevanten Sortimenten – wie etwa Textilien – an verkehrsgünstig gelegenen Standorten außerhalb der gewachsenen Zentren zu realisieren. Investoren haben die Fachmarktzentren für sich entdeckt, da dieser Typ von Einzelhandelsimmobilie momentan die höchste Rendite erwirtschaftet. Fachmärkte mit Sortimenten aus dem Möbel-, Bau- oder Gartenbereich beispielsweise sind dagegen unbedenklich, da sie den Zentren keinen Schaden zufügen.

Gerhard Rüschenbeck, Vizepräsident der IHK zu Dortmund, betonte, dass „der Einzelhandel für die Stadt- und Ortsteilzentren prägend war, ist und bleiben wird“. Zugleich ist der Handel Leitbranche und Hauptmagnet der Zentralen Versorgungsbereiche. Die Ruhr-IHKs bekannten sich auf dem Handelsforum klar zur Innenstadt und den Stadteilzentren. „Starke Zentren sind ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor für die gesamte Stadt“, sagte Rüschenbeck.

90.000 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche

Allein im vergangenen Jahr erhöhte sich die Verkaufsfläche für den Einzelhandel im Ruhrgebiet – inklusive Kreis Kleve und Märkischer Kreis – um 90.000 Quadratmeter. Dies entspricht der Größenordnung eines Einkaufszentrums wie dem Centro in Oberhausen. Damit wuchs die Gesamtverkaufsfläche im Ruhrgebiet auf 6,93 Millionen Quadratmeter an. Am meisten boomen die Fachmärkte. Sie beanspruchen allein 70.000 Quadratmeter von den neu im Jahr 2013 hinzugekommenen Flächen. Seit dem Jahr 2010 schreiben die Ruhr-IHKs ihren Handelsreport fort. Erfasst werden alle Handelsbetriebe mit mehr als 650 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Das IHK-Handelsforum Ruhr ist eine Veranstaltungsreihe, die im jährlichen Turnus in einer der sechs IHKs im Ruhrgebiet (Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund und Hagen) stattfindet. Zusätzlich geben die Ruhr-IHKs alle zwei Jahre eine Fortschreibung ihres Handelsreports Ruhr heraus. Der letzte Handelsreport Ruhr erschien im Jahr 2012.

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