22.05.2017 - Pressemitteilung 39/2017 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Der Bedeutungsverlust

Das IHK-Handelsforum Ruhr fand am 19. Mai bei G Data in Bochum statt. (Foto: Matthias Graben)

Das IHK-Handelsforum Ruhr fand am 19. Mai bei G Data in Bochum statt. (Foto: Matthias Graben)

„Das Flächenwachstum der Elektromärkte ist zu Ende. Neueröffnungen in den letzten Jahren standen Schließungen und Verkleinerungen gegenüber. Als Leitbranche in Innenstädten und Einkaufszentren verliert Elektro an Bedeutung.“ Dies ist eine der zentralen Botschaften des „1. IHK-Branchenreports Ruhr“, den Jörg Lehnerdt, Leiter der Niederlassung Köln der BBE Handelsberatung GmbH, beim Handelsforum Ruhr der Ruhr-IHKs am 19. Mai in Bochum vorstellte. Etwa 100 Teilnehmer informierten sich auf dem IHK-Handelsforum, das bei der G DATA Software AG stattfand, über die neuesten Entwicklungen im Handel.

Nach Ansicht Lehnerdts, der im 1. IHK-Branchenreport Ruhr das Segment der Elektromärkte untersuchte, werden „als Folge des weiterhin stark wachsenden Online-Handels große Elektromärkte auch an starken Standorten verkleinert“. Dabei unterscheidet der Kölner Handelsexperte zwei Entwicklungen: „Führende Anbieter (Saturn, MediaMarkt, Amazon)  sichern ihre bereits dominante Position mit neuen Formaten (z.B. Saturn-connect, amazon Pop-Up und amazon locker), während kleinere Anbieter (medimax, Berlet), Spezialisten (Conrad) und Verbundgruppen des Mittelstands (expert, EP, Euronics) sich auf fachliche und räumliche Marktnischen konzentrieren. Service vor Ort und gutes Personal sind unverzichtbar“, so Lehnerdt.

Weitere klare Botschaft der Handelsexperten auf dem Forum: Auch der klassische stationäre Einzelhandel müsse im Internet präsent sein. Dies bedeute nicht, dass man zwingend einen Online-Shop benötige. Aber: Man müsse für den Kunden mit seinem Angebot im Netz sichtbar sein. „Man muss erstmal überhaupt digital wahrgenommen werden“, so Frank Rehme, Geschäftsführer der gvm GmbH, Düsseldorf.

Der stationäre Einzelhandel müsse sich davor hüten, seine Probleme einzig und allein dem digitalen Strukturwandel im Handel zuzuschreiben. Vielmehr sei es erforderlich, „zunächst analoge Kaufverhinderungen zu unterbinden“, so Rehme. Was er damit unter anderem meint: fehlende Wohlfühl-Atmosphäre in den Umkleidekabinen.

Dass die Digitalisierung inzwischen auch bei der Fachkräftegewinnung ständig zunimmt, machte  Reinhard Giese, Geschäftsführer ALDI GmbH & Co. KG mit Sitz in Herten, deutlich: „Die klassische Bewerbungsmappe ist tot.“ Deshalb bedürfe es neuer Formen der Mitarbeitergewinnung – und gute Mitarbeiter seien unverzichtbar. Die Unternehmen müssten zur Kenntnis nehmen, dass sich gute Auszubildende „heute ihre Unternehmen aussuchen könnten – wie die Kunden“, so Giese.

 

 

 

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