17.05.2017 - Pressemitteilung 33/2017 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Ein neuer Höchstwert

Im mittleren Ruhrgebiet herrscht weiterhin ein ausgesprochen freundliches Konjunkturklima. „Die Aufwärtsentwicklung hat sich in den letzten Monaten fortgesetzt, die Stimmung bei den Unternehmen ist nochmals gestiegen“, fasst Christoph Burghaus, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zusammen. 210 Unternehmen aus Bochum, Herne, Witten und Hattingen haben sich an der Befragung beteiligt.

Die gute Geschäftslage und die positiven Erwartungen spiegeln sich im IHK-Konjunkturklimaindex wider, der mit 129 Punkten einen neuen Höchstwert aufweist. Aktuell beurteilen 51 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftssituation als gut, 41 Prozent als befriedigend. In allen Wirtschaftsbereichen gibt es viel Licht und wenig Schatten. Besonders kräftig strahlt die Konjunktursonne im Dienstleistungsgewerbe. Negative Stimmen sind hier die Ausnahme.

Die Perspektiven werden insgesamt günstig eingeschätzt. Sowohl die Dienstleister als auch die Industrie- und Handelsunternehmen blicken zuversichtlich in die nähere Zukunft. Etwa zwei Drittel aller Unternehmen rechnen mit einem gleich bleibenden Geschäftsverlauf, jeder vierte Betrieb erwartet sogar eine zusätzliche Belebung in den nächsten zwölf Monaten.

Im Vergleich dazu sind die Skeptiker in der Minderheit: Nur jeder zwölfte Betrieb befürchtet rückläufige Geschäftsaktivitäten.

Die gute Konjunktursituation und die positiven Geschäftserwartungen machen sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplanungen bemerkbar. Vermehrt lockern die Unternehmen die Investitionsbremse: 26 Prozent wollen ihre Investitionsausgaben erhöhen, nur elf Prozent sehen Einschränkungen vor. Bevorzugte Investitionsmotive sind neben der Ersatzbeschaffung Produktinnovationen und Kapazitätserweiterungen. Viele Dienstleister stellen sich durch Erweiterungsmaßnahmen auf zusätzliche Nachfrage ein; entsprechend ist in diesem Bereich auch der Personalbedarf am stärksten ausgeprägt. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg rechnen 21 Prozent der Unternehmen im Laufe der nächsten zwölf Monate mit einer höheren, 13 Prozent mit einer geringeren Mitarbeiterzahl.

Bei allen positiven Tendenzen ist die weitere Entwicklung mit nicht unerheblichen Risiken verbunden. Fachkräftemangel, Inlandsnachfrage, Arbeitskosten und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen stehen bei jeweils rd. 40 Prozent der Unternehmen als Risikofaktoren im Fokus.

Zum Auslandsgeschäft lassen sich aufgrund politischer Unwägbarkeiten und protektionistischer Tendenzen kaum verlässliche Aussagen treffen. Trotz des unsicheren globalen Umfelds sind die exportorientierten Unternehmen zuversichtlich, dass die Auslandsnachfrage in den nächsten Monaten stetig verläuft und damit eine wesentliche Konjunkturstütze bleibt.

Abgesehen von den internationalen Rahmenbedingungen haben die Unternehmen auch den Wirtschaftsstandort NRW mit klaren Hinweisen an die künftige Landesregierung im Blick: Den größten Handlungsbedarf sehen 63 Prozent der befragten Betriebe beim Thema Bildung und Fachkräftesicherung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen verweist zudem auf notwendige Weichenstellungen bei der Verkehrsinfrastruktur und bei Gewerbeflächen sowie auf den Abbau bürokratischer Hemmnisse.

 

 

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