13.10.2017 - Pressemitteilung 66/2017 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Fünf Mal Bochum

Die fünf Max-Greve-Preisträger: Steven Galeski, Ahmet Memis, Niclas Pflug, Katja Sokacz und Isabel Sommer mit IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé (v. l.) - Foto: Matthias Graben

Die fünf Max-Greve-Preisträger: Steven Galeski, Ahmet Memis, Niclas Pflug, Katja Sokacz und Isabel Sommer mit IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé (v. l.) - Foto: Matthias Graben

Alle Anstrengungen haben sich gelohnt – und zwar richtig: 70 Männer und 51 Frauen haben in diesem Jahr im Bezirk der IHK Mittleres Ruhrgebiet ihre Ausbildung mit der Spitzennote abgeschlossen. Die 121 „Einser“ – und damit zwei mehr als 2016 und 14 mehr als vor zwei Jahren – wurden am 12. Oktober 2017 auf der 20. Besten-Ehrung der IHK Mittleres Ruhrgebiet im RuhrCongress Bochum vor mehreren hundert Gästen gewürdigt.

Den fünf „Besten der Besten“ überreichte IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé den Max-Greve-Preis – alle fünf haben ihre Ausbildung in einem Bochumer Betrieb erfolgreich abgeschlossen: Steven Galeski, Ahmet Memis, Niclas Pflug, Katja Sokacz und Isabel Sommer.

Die Auszeichnung erinnert an Bochums Bürgermeister Max Greve, der 30 Jahre lang im 19. Jahrhundert die Geschicke der Stadt bestimmte – und im Ruf steht, mit seinem Schaffen den Charakter Bochums als Stadt nachhaltig begründet zu haben. Darüber hinaus regte Greve die Gründung einer „Handelskammer“ zu Bochum an, deren erster Geschäftsführer er über mehrere Jahre war.

Im Jahr 2017 haben im Bezirk der IHK Mittleres Ruhrgebiet 1.868 junge Frauen und Männer ihre Abschlussprüfung abgelegt – 1.705 Prüflinge (und damit 91,3 Prozent) bestanden. 7,1 Prozent der erfolgreichen Prüflinge schafften ihren Abschluss mit der Note „Sehr gut“. Insgesamt 34 Frauen und Männern gelang es, ihre Ausbildung vorzeitig erfolgreich zu beenden. 

Spitzenreiter bei den Unternehmen sind die ALDI GmbH & Co. Kommanditgesellschaft mit sieben, die Ruhr-Universität Bochum mit sechs sowie die Sparkasse Witten und die ThyssenKrupp Steel Europe AG, Bochum, mit vier „sehr guten“ Absolventen. Insgesamt finden sich 84 Ausbildungsbetriebe auf der Liste der „Einser“.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé nutzte seine Rede bei der Max-Greve-Preisverleihung zu einigen deutlichen Botschaften: Es mache ihn „traurig“, dass auch im Bezirk der IHK Mittleres Ruhrgebiet die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den letzten Jahren ständig gesunken sei. „Wenn wir in diesem Jahr ähnlich wie im letzten Jahr bei knapp 2000 neuen Verträgen gelandet sind, dann markiert dies noch keinen positiven Trend. Die duale Ausbildung, um die uns weltweit andere Staaten beneiden, steckt derzeit in der größten Krise ihrer Geschichte. Ich glaube, dass in den Köpfen vieler Schüler und Eltern die duale Ausbildung nur noch die zweite Wahl ist“, kritisierte Neuhaus-Galladé.

In Deutschland, so der IHK-Präsident, scheine jeder zu glauben, er könne nur Karriere machen, wenn er studiere. „Dieser Ansatz ist falsch.“ Die Wirtschaft benötige nicht nur erfolgreiche Hochschul-Absolventen, sondern ebenso qualifizierte Fachkräfte, die ihre duale Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hätten. Nicht jeder, der die allgemeine Hoch-schulreife in der Tasche habe, sei auch reif für die Hochschule – die Abbrecherquote von gut 30 Prozent belege dies eindrucksvoll. „Doch wie viel Talent und Zeit geht hier der deutschen Wirtschaft verloren?“

Neuhaus-Galladé sprach sich für eine Berufswahlorientierung aus, die diesen Namen auch verdient. Wörtlich: „Wir müssen dafür werben, dass jeder Schulabgänger eine für ihn individuell richtige Entscheidung trifft.“ Dies könne aber nur dann gelingen, wenn sich die Lehrer an allgemeinbildenden Schulen mehr Wissen über Wirtschaft, Lehrberufe und Ausbildung aneigneten. „Das erwarte ich.“

Deutliche Worte fand der IHK-Präsident auch für seine Unternehmer-Kollegen: „Immer mehr Unternehmer stehlen sich aus der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, junge Menschen auszubilden und ihnen damit eine fundierte Lebensplanung zu ermöglichen.“ Und weiter: „Wo sollen denn die Fachkräfte für die Welt 4.0 herkommen, wenn wir sie nicht in die digitalisierte Welt mitnehmen?“ Man könne nicht den Fachkräftemangel beklagen, „aber andererseits nichts dagegen tun“.

Neuhaus-Galladé endete mit einem Appell: „Wir bekommen die Zukunft nur gemeinsam erfolgreich gestaltet, wenn wir ein großes Bündnis schmieden: Unternehmen, Schulen, Schüler und Eltern – es ist eine gemeinsame Aufgabe. Mit der Welt 4.0 stehen wir am Anfang einer industriellen Revolution, die alle Bereiche des täglichen Lebens berührt. Wir müssen uns auf diese neue historische Phase vorbereiten. In der neuen Welt, in der Maschinen intelligent mit anderen Maschinen kommunizieren können, sind Ärmelschoner und Anspitzer ein Unikum von gestern.“

Rede IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé

Prüfungsbeste_2017

 

 

 

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