20.05.2016 - Pressemitteilung 40/2016 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Gewerbeflächen: Zug fährt in die falsche Richtung

Die Allianz der Wirtschaft steht: Arbeitgeberverbände und IHK kritisieren nachdrücklich den Beschluss der rot-grünen Ratsmehrheit zur Gewerbeflächenentwicklung.

„Dies ist ein Beschluss, der unsere Probleme nicht löst und damit die Weichen für die wirtschaftliche Entwicklung Bochums falsch stellt. Hier hat die Ratsmehrheit die gute Vorarbeit und die klugen Überlegungen der Verwaltung in entscheidenden Punkten in den Papierkorb geworfen“, kommentiert  Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, den von der rot-grünen Ratsmehrheit durchgesetzten Beschluss zur Gewerbeflächenentwicklung. Und IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik fügt hinzu: „Die Lokalpolitik darf sich nicht wundern, wenn Bochum auch künftig bei den Steuereinnahmen und den Arbeitsplätzen der positiven Entwicklung im Ruhrgebiet hinterherhinken sollte.“

Denn: In ihrem Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage räumen SPD und Grüne zwar ausdrücklich ein, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Bochum in den letzten Jahren auf Grund des Gewerbeflächenmangels hinter der vergleichbarer Gebietskörperschaften zurückgefallen sei. „Aber anstatt etwas gegen diesen Mangel zu tun, erkennt die Ratsmehrheit nicht an, dass dafür auch auf den Freiraum zurückgegriffen werden muss. Wer glaubt, wir könnten den Gewerbeflächenmangel ausschließlich über die Entwicklung von Brachflächen abbauen, irrt. Ein klares Bekenntnis des Gegenteils wäre wünschenswert und nötig gewesen“, zeigt sich Dirk W. Erlhöfer enttäuscht über den Beschluss der Ratsmehrheit.

Die Fakten: Nach aktuellen Zahlen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) gibt es in Bochum bis zum Jahre 2034 einen Gewerbeflächenbedarf von über 230 Hektar. Inklusive sämtlicher Brachflächen stehen in Bochum aber nur 175 Hektar zur Verfügung – allerdings nur auf dem Papier. Tatsächlich – und das ist in Verwaltung und Politik unbestritten – sind 120 Hektar mit größtenteils schweren Restriktionen belegt, so dass die Stadt aktuell nur auf 55 Hektar zurückgreifen kann. Für IHK und Arbeitgeberverbände ist es angesichts dieser Faktenlage absolut logisch, dass die Verwaltung auch neue Gewerbegebiete im Freiraum entwickeln will und muss, um überhaupt eine Chance zu haben, die Lücke zu schließen.

„Selbstverständlich muss es das Ziel der Stadtentwicklungspolitik sein, zunächst die Brachen zu reaktivieren – auch das ist gelebter Umweltschutz. Aber wenn das Brachflächenangebot nicht ausreicht oder die Restriktionen eine zeitnahe Entwicklung nicht möglich machen, dann müssen wir in den Freiraum. Bochum kann es sich doch nicht erlauben, ansiedlungswilligen Unternehmen oder Firmen, die sich in der Stadt erweitern möchten, zu sagen, siedelt Euch in anderen Städten an – wir lassen unsere Wiesen Wiesen sein“, bilanziert Eric Weik.

Wenn Oberbürgermeister Thomas Eiskirch für die Arbeit der nächsten Jahre 125 Top-Themen sucht – eine zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Gewerbeflächenentwicklung ist aus Sicht von IHK und Arbeitgeberverbänden sicherlich eines der Top-5-Themen.

 

 

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