20.01.2019 - Pressemitteilung 03/2019 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

IHK-Portal: netzn.de freigeschaltet

IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé bei seiner Rede auf dem IHK-Jahresempfang.

IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé bei seiner Rede auf dem IHK-Jahresempfang.

Das erste regionale Netzwerk der Welt ist online: netzn.de. Auf ihrem Jahresempfang 2019 am Freitag, 18. Januar 2019, hat die IHK Mittleres Ruhrgebiet ihr neues Internet-Portal freigeschaltet. netzn.de ist eine Einladung an alle Menschen und Institutionen im mittleren Ruhrgebiet, sich digital miteinander zu vernetzen.

Mehr als ein Jahr hat die IHK an ihrem neuen Portal gearbeitet – es wird in den nächsten Wochen und Monaten mit immer weiteren Features versehen, ganz nach den Bedürfnissen der Nutzer. „Die Vollversammlung hat Ende 2017 entschieden, dass sich die Wirtschaft in der Region stärker miteinander vernetzen will. Danach haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir wollen digital und analog stärker netzn“, schilderte IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik die Entstehungsgeschichte des neuen IHK-Portals auf dem Jahresempfang. Die technische Umsetzung des Projektes lag und liegt in den Händen der VOLL digital GmbH aus Hattingen.

Jeder kann sich auf netzn.de sein eigenes Profil anlegen – Unternehmen ebenso wie Auszubildende, Schulen ebenso wie Institutionen. Das Portal verknüpft Funktionen, wie sie Facebook oder Xing anbieten, ist gleichzeitig umfassende Informationsquelle. In Zukunft können Unternehmen beispielsweise über diese Plattform ebenso Fachkräfte suchen, wie Schüler einen Ausbildungsplatz.
Schon auf dem Jahresempfang registrierten sich zahlreiche Gäste in dem Portal und legten ihre Profilseite an.

Fußstapfen hinterlassen

Zuvor hatte der Festredner des Abends, EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji, in einem begeisternden Vortrag den Saal des Kulturzentrums „gerockt“. Seine zentrale Botschaft an die etwa 600 Gäste des Jahresempfangs: „Wir alle sind die Zukunft. Und wir sollten uns fragen, welche Fußstapfen wir auf dieser Welt hinterlassen wollen.“

Die Zukunft der Welt sei noch nicht geschrieben, „wir können sie selbst gestalten“. Es gehe darum, sich auf Augenhöhe zu begegnen, weil jeder Mensch etwas wisse, was andere nicht wüssten. Klassische Hierarchien würden sich verlieren, die neue Rolle eines Chefs sei die eines Coaches – und nicht die eines Menschen, der alles weiß und alles entscheidet. Es sei wichtig, dass die Generationen Verständnis füreinander hätten und bereit seien, voneinander zu lernen. Der jungen Generation sollte man nicht ständig sagen, was sie nicht könne, sondern sehen, welche Talente sie besitze – und diese Talente auch fördern.

Menschen sollten sich vernetzen. Alle erfolgreichen Plattformen dieser Welt arbeiteten mit dem „Netzwerk-Effekt“. Jeder könne profitieren. „Wir alle sind ein großes Netzwerk.“ Besser konnte er den Bogen zu netzn.de nicht schlagen …

Ausbildung ist Unternehmerpflicht

In seiner Begrüßungsrede zog IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé nicht nur Bilanz für das Jahr 2018 – „ein gutes Jahr für unsere Städte und unsere Unternehmen“ –, lobte nicht nur die Entwicklungen in Herne und Bochum – „Wir können eines auf jeden Fall festhalten: Das mittlere Ruhrgebiet hat seine Fahne in die Landkarte der Investoren und Entwickler richtig eingerammt“ –, sprach den Stadtspitzen der Städte Bochum, Herne, Witten und Hattingen ein Kompliment aus – „Das mittlere Ruhrgebiet wird nicht von Wirtschafts-Verhinderern regiert. Und das sagt eine IHK …“, – sondern fand auch sorgenvolle Worte vor dem Hintergrund regionaler und internationaler Entwicklungen.

„Wenn ich sehe, dass der aktuell diskutierte Regionalplan Ruhr traditionell industriell und gewerblich genutzte Flächen in ihrem Fortbestand gefährdet, weil Nachbarschaft und Freiraum, aber nicht die Produktion geschützt werden sollen, dann werden der Wirtschaft Knüppel zwischen die Beine geworfen“, formulierte Neuhaus-Galladé. Er rief alle Städte und alle Unternehmen auf, den Regionalplan-Entwurf des RVR mit offenen und kritischen Augen anzuschauen und Einwände zu erheben.

Zweiter Kritikpunkt: zu viele Unternehmen würden sich von der dualen Ausbildung verabschieden. Neuhaus-Galladé: „Wir finden keine qualifizierten Fachkräfte, wir wissen um den demografischen Wandel – aber wir bilden nicht aus?! Ganz ehrlich: Wo liegt denn da die Logik? Für mich ist Ausbildung absolute Unternehmerpflicht.“
Unter starkem Beifall der Anwesenden sagte der IHK-Präsident mit Blick auf den bevorstehenden Brexit: „In einer vollständig vernetzten Welt, die vom freien Welthandel lebt, ist jede Form von Mauerbau ein Fiasko. Egal, ob diese Mauer durch einen Austritt aus der EU oder durch Strafzölle im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt hochgezogen werden.“

Auch in Richtung der Unternehmen in der Region fand Neuhaus-Galladé kritische Worte: Er glaube nicht, dass alle Unternehmer in ausreichendem Maße die Konsequenzen des digitalen Wandels für ihre Unternehmen bedenken würden. Jeder Unternehmer müsse nach einer Konzeption für sein Unternehmen suchen, die auch künftig trage. Und: „Die Welt 4.0 verlangt eine neue Kommunikation. Wenn Maschinen sich mit Maschinen vernetzen, wenn Menschen sich mit Maschinen vernetzen, dann müssen sich auch Menschen mit Menschen noch stärker vernetzen als bisher. Wir brauchen Plattformen der Vernetzung – sowohl analoge als auch digitale …“

 

 

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