25.05.2016 - Pressemitteilung 43/2016 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Konjunktur: über dem Strich

Die Wirtschaftsentwicklung im mittleren Ruhrgebiet ist im Frühjahr weiterhin positiv. Die Konjunktur hält sich nach einer Unternehmensbefragung der IHK Mittleres Ruhrgebiet auf hohem Niveau.

Nach Angaben von über 210 Unternehmen aus Bochum, Herne, Witten und Hattingen hat die IHK einen Konjunkturklimaindex für das mittlere Ruhrgebiet von 115 Punkten gegenüber 118 Punkten zum Jahresbeginn ermittelt. „Mit dem aktuellen Wert liegt die Konjunktur im mittleren Ruhrgebiet weiterhin deutlich über dem Strich, das Wachstum hat eine solide Basis“, kommentiert Christoph Burghaus, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK, die Umfrageergebnisse.

39 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage als gut, 50 Prozent als befriedigend und nur elf Prozent als schlecht. Wachstumstreiber ist vor allem die Inlandsnachfrage. Gestiegene Einkommen, stabile Preise und niedrige Zinsen wirken sich auf die Kauffreudigkeit der Verbraucher aus.

Im Vergleich zum Konsum können die Investitionen nicht ganz mithalten. Insbesondere der Handel, aber auch die Industrie agiert bei ihren Planungen vorsichtig. Dagegen setzt das Dienstleistungsgewerbe verstärkt auf Investitionen.

Der Konjunkturbeitrag des Exports ist und bleibt nach Einschätzung der IHK überschaubar. „Das Auslandsgeschäft ist schwieriger geworden, und die Skepsis ist gestiegen“, verweist Burghaus auf die Ergebnisse der Unternehmensbefragung. So gehen in der Industrie aktuell 19 Prozent von höheren und 21 Prozent von sinkenden Exporten in den nächsten zwölf Monaten aus; zum Jahresbeginn überwogen mit 28 Prozent zu 19 Prozent noch die optimistischen Export-Erwartungen.

Die getrübten Aussichten im Auslandsgeschäft sind nicht zuletzt auf die Wachstumsberuhigung in China und die anhaltende Nachfrageschwäche in Ländern wie Russland und Brasilien zurückzuführen. Zum Teil ist es gelungen, Nachfrageausfälle durch verstärkte Exporte in europäische Länder und in die USA zu kompensieren.

Trotz der schwierigeren Bedingungen im Auslandsgeschäft sind die Konjunkturaussichten insgesamt weiter recht freundlich. Die Konjunktur ist aber längst kein Selbstläufer. Risiken sieht fast jedes zweite Unternehmen bei der Inlandsnachfrage; die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bereiten ähnlich vielen Betrieben große Sorge. Zudem werden Arbeitskosten und Fachkräftemangel von deutlich mehr als jedem dritten Unternehmen als besondere Risikofaktoren für die Geschäftsentwicklung herausgestellt. Alles in allem überwiegt aber die Zuversicht, dass sich der positive Konjunkturverlauf tendenziell fortsetzt.

 

 

Zurück