07.11.2017 - Pressemitteilung 69/2017 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

quaz.ruhr: Chance für Flüchtlinge

Engagiert bei der Sache: Seit zwei Monaten werden Flüchtlinge bei quaz.ruhr qualifiziert. (Foto: Olaf Ziegler)

Engagiert bei der Sache: Seit zwei Monaten werden Flüchtlinge bei quaz.ruhr qualifiziert. (Foto: Olaf Ziegler)

Das Motto: alles unter einem Dach. Ob Sprachkurs, Kompetenzfeststellung, Qualifizierung in verschiedenen Berufsfeldern. Acht Stunden am Tag, fünf Tage in der Woche, sechs Monate lang. Seit dem 1. September 2017 gibt es das in der ehemaligen Opel-Ausbildungswerkstatt in Bochum-Langendreer. Für Flüchtlinge. Für Zugewanderte.

Vor gut zwei Monaten ging „quaz.ruhr“ an den Start. Das Sprach- und Qualifizierungszentrum wird von einem Trägerverbund getragen, der aus der Gewerkstatt – Gemeinnützige Gesellschaft für berufsbezogene Bildung mbH (Bochum), Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft Herne mbH,  VHS Witten Wetter Herdecke sowie HAZ Arbeit + Zukunft, Hattingen, besteht und sich bei der Projektausschreibung der Bundesanstalt für Arbeit gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt hatte.

Die Auftraggeber der zunächst auf ein Jahr ausgeschriebenen Maßnahme – sie kann auf drei Jahre verlängert werden – sehen in diesem Projekt nicht nur eine große Chance für geflüchtete Menschen, sondern auch für alle anderen Zugewanderten, die noch Sprachprobleme haben und eine berufliche Qualifizierung benötigen, um in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden zu können. Die Auswahl der Teilnehmer übernehmen die beteiligten Arbeitsagenturen und JobCenter. In der Regel soll jeder sechs Monate in der Maßnahme verbringen, es gibt Kapazitäten für 250 Teilnehmer gleichzeitig. Im ersten Jahr fließen etwa vier Millionen Euro von der Bundesagentur für Arbeit und dem Land NRW in das Projekt.

Dieter Groß, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bochum, sieht in dem Projekt „die Chance, die Menschen unter einem Dach erfolgreich an die Hand zu nehmen und Integration besser vorzubereiten. Hier können die Menschen unsere Angebote richtig nutzen. Nur so kann Integration gelingen.“ Und Frank Böttcher, Geschäftsführer des JobCenters Bochum, ergänzt: „Insbesondere die enge, auch räumliche Verknüpfung von Sprachunterricht und praktischer Arbeit macht den besonderen Reiz von quaz.ruhr aus. Denn nirgends lernt man Sprache besser als in der direkten Erprobung bei alltäglichen Arbeiten und Situationen, und Sprache ist der Schlüssel zur Integration – in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt.“

Für Manfred Gosker von „quaz.ruhr“ sind die ersten beiden Monate „total zufriedenstellend“ gelaufen. Es seien ständig „zwischen 240 und 250 Personen“ vor Ort, und sofern jemand ausscheide, weil er eine Beschäftigung gefunden habe oder für ihn persönlich eine andere Maßnahme sinnvoller erscheine, würden die Arbeitsagenturen und JobCenter umgehend neue Teilnehmer senden. Was Gosker auch erfreut: Das neue „quaz.ruhr“-Team von etwa 40 Mitarbeitern, das aus Sozialpädagogen, Lehrkräften und Ausbildern besteht, habe sich schnell zusammengefunden.

Unterstützt wird das Modellprojekt von „QuAZ – Verein zur Unterstützung der Qualifizierung und Ausbildung von Zugewanderten“. Dieses einmalige gesellschaftliche Bündnis, das Anfang März 2017 gegründet wurde – dahinter stehen die Städte Bochum, Herne, Witten und Hattingen, die Bochum Perspektive 2022, die Kreishandwerkerschaften, der Einzelhandelsverband, die RUB sowie die Hochschule Bochum, die IG Metall, der Arbeitgeberverband, die Katholische und Evangelische Kirche, die Arbeitsgemeinschaft Bochumer Moscheen sowie die IHK Mittleres Ruhrgebiet – hat sich dazu verpflichtet, im Rahmen des Projektes maßgeblich bei der Vermittlung in Praktika zu helfen.

Für Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK und Vorsitzender des „QuAZ e. V.“, sollten dieses Bündnis und das „quaz.ruhr“-Projekt eine „Blaupause für ganz Deutschland“ sein. Sein Credo: „Gerade die geflüchteten Menschen müssen raus aus ihren Unterkünften und rein in den Arbeitsmarkt. Sie wollen unbedingt etwas tun.“

 

 

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