26.04.2017 - Pressemitteilung 28/2017 der IHK Mittleres Ruhrgebiet

Unterstützung für Marokko

Die marokkanische Delegation mit ihren Gesprächspartnern vor dem IHK-Gebäude in Bochum. (Foto: IHK Mittleres Ruhrgebiet)

Die marokkanische Delegation mit ihren Gesprächspartnern vor dem IHK-Gebäude in Bochum. (Foto: IHK Mittleres Ruhrgebiet)

Die IHK Mittleres Ruhrgebiet möchte ihren Beitrag leisten, die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland zu erleichtern. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten DIHK-Projektes „Pro Recognition“, an dem acht Länder teilnehmen, ist die Auslandshandelskammer (AHK) Marokko mit dem Wunsch nach konkreter Unterstützung auf die IHK zugekommen. Am Dienstag, 25. April, informierte sich eine marokkanische Delegation in Bochum und Witten über das duale Ausbildungssystem in Deutschland und sammelte darüber hinaus konkrete Eindrücke zu unterschiedlichen Ausbildungsberufen in zwei großen Lehrwerkstätten.

Ausgangslage: Marokkaner, die in Deutschland in ihrem erlernten Beruf arbeiten möchten, müssen sich die Gleichwertigkeit ihrer beruflichen Qualifikation offiziell bestätigen lassen – dafür ist seit fünf Jahren bundesweit die IHK-FOSA in Nürnberg zuständig. Doch mehr als drei Viertel dieser Anträge wird abgelehnt. „Die in Marokko erworbenen Berufsabschlüsse sind mit unseren einfach nicht vergleichbar. Also muss es das Ziel sein, zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Und dies könnte aus unserer Sicht mit gezielten Nachqualifizierungen gelingen. Und was da sinnvoll und denkbar ist – das haben wir der marokkanischen Delegation gezeigt“, so Thomas Gdanietz, der bei der IHK das „Pro Recognition“-Projekt begleitet.

Zwei konkrete Berufe, die in Deutschland stark nachgefragt werden, hat sich die IHK als Musterbeispiele herausgepickt: den Industrieelektriker – in Marokko heißt der vergleichbare Beruf „Industrieller Wartungsmechaniker“ – und den Mechatroniker, der in Marokko als „Spezialtechniker für den Bereich Mechatronik“ firmiert. In beiden Berufe werden in der Lehrwerkstatt der BoGeStra in Bochum und der Pleiger Berufsausbildungsgesellschaft in Witten Jugendliche ausgebildet. Beide Unternehmen stehen der IHK bei „Pro Recognition“ als Partner zur Seite. „Vor Ort konnte sich die Delegation ein klares Bild machen, was notwendig ist, um in den marokkanischen Lehrwerkstätten eine gezielte Nachqualifizierung durchzuführen“, so Gdanietz. „Außerdem haben wir generell Vorschläge für Nachqualifizierungsmodule gemacht. Innerhalb des DIHK-Projektes haben wir damit Pilotfunktion übernommen.“

In Marokko gibt es die Ausbildung im Betrieb nicht – die Ausbildung ist staatlich geregelt und findet in zentralen Lehrwerkstätten statt, hat aber deutliche Schwerpunkte im theoretischen Bereich. Abgerundet wurden diese Besuche „in der Praxis“ deshalb durch einen Termin in der Technischen Beruflichen Schule I (TBS I) in Bochum, bei dem der Delegation deutlich gemacht wurde, dass in Deutschland Rahmenlehrpläne für den Berufsschulunterreicht existieren, die sicher stellen, dass alle Auszubildenden das gleiche Wissen vermittelt bekommen.

Gdanietz: „Es ist unser klares Ziel, die Anerkennungsquote für marokkanische Bewerber bei der IHK-FOSA deutlich zu steigern. Die deutsche Wirtschaft benötigt immer stärker qualifizierte ausländische Fachkräfte – der demografische Wandel ist in vollem Gange. Ist unsere Initiative erfolgreich, haben unsere Unternehmen einen unmittelbaren Nutzen davon. Und Integration ist mit einem Arbeitsplatz sowieso viel leichter.“

 

 

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