Realsteuerhebesätze

Die Höhe der kommunalen Steuersätze ist für die Standortwahl eines Unternehmens von großer Bedeutung. Die Übersicht für den Bezirk der IHK Mittleres Ruhrgebiet enthält eine Zusammenstellung der Realsteuer-Hebesätze.

DIHK-Hebesatzumfrage

Ergebnisse der DIHK-Hebesatzumfrage

Um über die Entwicklung der Hebesätze der Gewerbesteuer und der Grundsteuer zeitnah zu informieren, führt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bei den 80 IHKs jedes Jahr eine Hebesatzumfrage für die standortpolitisch wichtigen mittleren und größeren Städten und Gemeinden durch. Die Ergebnisse liegen jeweils zum 30.6. eines Jahres vor.

Die Ergebnisse können hier abgerufen werden.

DIHK legt aktuelle Übersicht über Gewerbe- und Grundsteuer vor

"Hebesätze zu erhöhen, löst keine Haushaltsprobleme" DIHK legt aktuelle Übersicht über Gewerbe- und Grundsteuern vor (09.07.2013)

Die Gemeinden in Deutschland haben auch 2013 wieder kräftig an der Steuerschraube gedreht. Das zeigt die aktuelle Hebesatzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die in diesem Jahr erstmals Kommunen ab 20.000 Einwohnern umfasst.


"Die Belastung der Unternehmen mit Realsteuern nimmt kontinuierlich zu", kommentierte Rainer Kambeck, Bereichsleiter Steuern beim DIHK, die Ergebnisse der Umfrage gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

"Ein Sechstel der Unternehmen, die in Gemeinden ab 20.000 Einwohnern tätig sind, sehen sich in diesem Jahr sogar einer doppelten Mehrbelastung bei der Gewerbesteuer und der Grundsteuer B gegenüber, die teilweise sehr hoch ausfällt."

Mit jedem Prozentpunkt, um den die Hebesätze steigen, wachse außerdem die Gefahr einer Substanzbelastung der Unternehmen durch die gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen, warnte Kambeck. Diese zu streichen, wäre seiner Ansicht nach "ein dringender und angemessener Ausgleich für die steigenden Hebesätze", der dazu beitragen könnte, die Gewerbesteuerlast für die Unternehmen stabil zu halten.

Kritisch bewertet Kambeck "die enorme Spreizung zwischen Hoch- und Niedrigsteuerkommunen". Zahlreiche Hebesatzerhöhungen seien das unmittelbare Ergebnis kommunaler Haushaltssanierungsprogramme. Sie sind hierfür aber "das falsche Instrument", gab der DIHK-Steuerchef zu bedenken, denn die jeweiligen Wirtschaftsstandorte würden dadurch unattraktiver und gerieten im innerdeutschen Standortwettbewerb ins Hintertreffen.

"Die unbestritten schwierige Haushaltslage vieler Kommunen lässt sich nicht mit Steuererhöhungen lösen", betonte Kambeck. Nur eine verbesserte wirtschaftliche Entwicklung sorge nachhaltig für steigende Einnahmen. "Die beste Voraussetzung dafür sind möglichst niedrige Steuerbelastungen, die den Unternehmen die Mittel für Investitionen belassen."

Besonders kontraproduktiv seien steigende Hebesätze an den Standorten, "die ohnehin mit schwierigen Strukturveränderungen zu kämpfen haben, wie etwa das Ruhrgebiet".

In diesen Fällen helfe es nur, die Ausgaben vor Ort noch konsequenter zu vermindern, sagte Kambeck, etwa durch eine Intensivierung der kommunalen Zusammenarbeit und eine Beschränkung auf die absolut notwendigen kommunalen Leistungen. In der Verantwortung stünden aber letztlich auch die Länder; schließlich seien sie "nach der Finanzverfassung für die Sicherung einer angemessenen Finanzausstattung der Kommunen zuständig".