Meilensteine in der Geschichte der IHK

 

Der Erlass zur Errichtung der Handelskammer (Bild: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)
Der Erlass zur Errichtung der Handelskammer (Bild: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)|Zum Vergrößern bitte anklicken
Max Greve (l.) und Gustav Müllensiefen<br>(Bilder: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)
Max Greve (l.) und Gustav Müllensiefen (Bilder: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1856

Am 19. Mai wird die Errichtung einer Handelskammer für den Kreis Bochum per königlichem Erlass genehmigt. Auf ihrer konstituierenden Sitzung am 27. Dezember beruft die neue Kammer den Glashüttenbesitzer Gustav Müllensiefen aus Witten zum ersten Vorsitzenden. Zum Schriftführer im Nebenamt wird der Bochumer Bürgermeister Max Greve bestellt, der von 1857 bis 1872 erster Sekretär (Geschäftsführer) der Kammer ist. Die Kammer hat neun Mitglieder.

1870

Ein neues Gesetz über die Handelskammern im preußischen Staat erweitert den Kreis der Mitglieder um Bergbaubetriebe und im Handelsregister eingetragene Gesellschaften. Damit werden die Handelskammern zur Vertretung des „gesamten Handels- und Gewerbestandes“.

1872

Auf der Grundlage des Handelskammergesetzes werden die Kammermitglieder (18) neu gewählt. Kommerzienrat Louis Baare, Generaldirektor des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation, wird zum ersten Vorsitzenden der Kammer gewählt. Dieses Amt übt er bis zu seinem Tod 1897 aus. Durch seine Aktivitäten erlangt die Kammer auch überregionale Bedeutung.

1873

Die Kammer stellt den ersten hauptamtlichen Sekretär an. Es ist der Oberlehrer Ernst Bernhardi.

1897

Mit der Novellierung des Gesetzes über die Handelskammern erhalten die Kammern neue Aufgaben, unter anderem die Vereidigung von Sachverständigen, die Ausstellung von Ursprungszeugnissen und die Mitwirkung bei der Führung des Handelsregisters. Außerdem werden ihnen die Rechte einer juristischen Person verliehen. Die Handelskammer Bochum beschließt ein neues Statut und eine neue Geschäftsordnung. Die Zahl der Mitglieder wird auf 25 erhöht.

Das Kammergebäude an der Scharnhorststraße (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)
Das Kammergebäude an der Scharnhorststraße (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1899

Die Handelskammer Bochum bezieht auf einem eigenen Grundstück an der Scharnhorststraße – als erste preußische Kammer – ein eigenes Dienstgebäude. Bis dahin war die Kammer im Rathaus Bochum beziehungsweise in der Amtszeit Louis Baares in Räumen des Bochumer Vereins untergebracht. Zur besseren Wahrnehmung ihrer überregionalen Belange gründen die Handelskammern Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Mülheim (Ruhr) und Ruhrort die „Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch-westfälischen Industriebezirks“.

Die Kaufmännische Schule in den 1920er-Jahren (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)
Die Kaufmännische Schule in den 1920er-Jahren (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1909

Die Handelskammer übernimmt die alleinige Trägerschaft der Kaufmännischen Schulen in Bochum, an deren Kosten sie sich seit 1896 beteiligte.

1914

Neben ihren verkehrs-, wirtschafts- und sozialpolitischen Aktivitäten sowie der Förderung des Berufsnachwuchses übernimmt die Kammer im Ersten Weltkrieg zunehmend Verwaltungsaufgaben wie Erhebungen über Vorrat und Bedarf an Roh- und Fertigwaren oder die Erstellung von Gutachten bei der Zuteilung von Waren und Beförderungsmitteln.

1934

Das „Gesetz zur Vorbereitung des organisatorischen Aufbaus der Deutschen Wirtschaft“ führt zur Umgestaltung der Industrie- und Handelskammern, deren freiheitliche Verfassung nicht in die regierungs- und parteipolitische Linie des neuen Regimes passt. Die Vorsitzenden werden vom Minister ernannt und nicht mehr gewählt. Von wirtschaftlicher Selbstverwaltung kann keine Rede mehr sein.

1943

Die Industrie- und Handelskammern Bochum, Dortmund, Hagen und Siegen werden aufgelöst. Ihre Rechtsnachfolgerin ist die Gauwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mit Sitz in Dortmund. Gelsenkirchen, das bisher zur Kammer Bochum gehörte, wird der Gauwirtschaftskammer Westfalen-Nord in Münster angeschlossen. Das Kammergebäude wird bei einem Luftangriff zerstört.

1945

Wenige Monate nach Kriegsende bestellt die Militärregierung den Fabrikanten Arthur Imhausen, Mitinhaber der Firma Märkische Seifenindustrie OHG in Witten, zum kommissarischen Vorsitzenden der neu aufgelebten Industrie- und Handelskammer zu Bochum.

Dr. Franz Schily<br>(Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)
Dr. Franz Schily (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1947

Nach langer Zeit wird zum ersten Mal wieder die Vollversammlung der Kammer gewählt. Dr. Franz Schily, Generaldirektor des Bochumer Vereins, wird zu ihrem Präsidenten ernannt.

1952

In Zusammenarbeit zwischen der Industrie- und Handelskammer zu Bochum und mehreren Firmen aus dem Kammerbezirk, die sich zum Verein für kaufmännische Berufsförderung e. V. zusammenschließen, wird die „Private Höhere Kaufmännische Fachschule für den Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Bochum e. V., Ersatzschule“, die neben zwei weiteren Einrichtungen in der späteren Fachhochschule Bochum aufgegangen ist, gegründet.

1956

Das Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern als neue Rechtsgrundlage sichert die besondere Stellung der Industrie- und Handelskammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts. Unabhängig von Gruppen- und Einzelinteressen erhalten sie – wie schon im Kammergesetz von 1870 – schwerpunktmäßig die Aufgabe zugewiesen, das Gesamtinteresse der Gewerbetreibenden ihres Bezirks zu fördern.

Das 1959 bezogene Kammergebäude am Ostring. (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)
Das 1959 bezogene Kammergebäude am Ostring. (Foto: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1959

Die Industrie- und Handelskammer zu Bochum bezieht ihr neues Bürogebäude am Ostring 30-32.

1960

Die IHK gründet den „Arbeitskreis Unternehmerischer Nachwuchskräfte“, später in „Wirtschaftsjunioren“ umbenannt.

1969

Aufgrund des Berufsbildungsgesetzes werden die Industrie- und Handelskammern zuständige Stellen für die berufliche Bildung in ihrem Kammerbezirk. Die bisher von ihnen auf freiwilliger Basis übernommenen Aufgaben (Führung der Lehrlingsrolle, Beratung der auszubildenden Jugendlichen und der Ausbilder, Durchführung von Zwischen- und Abschlussprüfungen) werden zu Pflichtaufgaben.

1977

Mit einer Rechtsverordnung über die Neugliederung der Industrie- und Handelskammern im Land Nordrhein-Westfalen verfügt der Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen die Zuordnung der Städte Hattingen und Witten zur Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen. Dagegen klagt die Kammer Bochum beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, um die Abtrennung rückgängig zu machen. Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit wird die Rechtsverordnung 1981 in einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster für rechtswidrig befunden. Seit 1982 werden Hattinger und Wittener Firmen wieder von der Kammer Bochum betreut.

1983

Die Kaufmännischen Schulen wechseln in die Trägerschaft der Stadt Bochum.

Das Ausbildungszentrum in Kenitra.<br>(Foto: Hans-Peter Merz)
Das Ausbildungszentrum in Kenitra. (Foto: Hans-Peter Merz)|Zum Vergrößern bitte anklicken
Das von der chip GmbH betriebene Technologie- und Gründerzentrum (TGH) Hattingen. (Foto: chip GmbH)
Das von der chip GmbH betriebene Technologie- und Gründerzentrum (TGH) Hattingen. (Foto: chip GmbH)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1987

Die IHK Bochum schließt mit der marokkanischen Chambre de Commerce et d'Industrie des Provinces de Kenitra et Sidi Kacem einen Vertrag über die Errichtung und den Betrieb eines Ausbildungszentrums in Kenitra, das 1989 eröffnet wird.

1989

Gründung der chip Cooperationsgesellschaft Hochschulen und Industrielle Praxis mbH, Betreibergesellschaft des geplanten Technologiezentrums „Entwicklungszentrum an der Ruhr-Universität Bochum“, dessen Errichtung die IHK Bochum maßgeblich vorangetrieben hat. Gesellschafter der chip sind neben der IHK Bochum die Handwerkskammer Dortmund, die vier Städte des IHK-Bezirks sowie ein Förderverein, in dem rund 40 Firmen des Kammerbezirks vertreten sind.

1990

Die IHK Bochum übernimmt die Federführung beim Aufbau einer Industrie- und Handelskammer für den Bezirk Frankfurt (Oder).

1995

Die IHK etabliert das „Netzwerk Existenzgründungsberatung in der Region Mittleres Ruhrgebiet“, in dem alle Beratungsstellen und Ansprechpartner zusammenarbeiten.

Die „Stiftung Pro Bochum“ als Gemeinschaftsinitiative von Stadt und IHK zur Förderung von Kultur, Wissenschaft und Sport wird gegründet.

1997

Der IHK-Name wird um den Zusatz „im mittleren Ruhrgebiet“ ergänzt. Der neue Name lautet „Industrie- und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum“.

Die IHK gibt das Friedenswahlrecht zugunsten eines modernen Wahlrechts mit Kandidatenauswahl auf.

Die ersten drei Max-Greve-Preisträger mit dem damaligen IHK-Vizepräsidenten Rolf Flasche.<br>(Foto: ObjektivPress)
Die ersten drei Max-Greve-Preisträger mit dem damaligen IHK-Vizepräsidenten Rolf Flasche. (Foto: ObjektivPress)|Zum Vergrößern bitte anklicken
Der Intendant der RuhrTriennale, Prof. Heiner Goebbels (l.), im Gespräch mit Vorstandsmitgliedern des Kemnader Kreises (v.l.n.r.): Roland Küper, Hugo Fiege und Prof. Dr. Willi Gründer (Foto: Objektiv Press)
Der Intendant der RuhrTriennale, Prof. Heiner Goebbels (l.), im Gespräch mit Vorstandsmitgliedern des Kemnader Kreises (v.l.n.r.): Roland Küper, Hugo Fiege und Prof. Dr. Willi Gründer (Foto: Objektiv Press)|Zum Vergrößern bitte anklicken

1998

Erstmals verleiht die IHK den Max-Greve-Preis an die drei besten Auszubildenden des Jahres.

2001

Auf Initiative der IHK und der beteiligten Städte werden die Stadtmarketinggesellschaften Bochum (2001) und Herne (2003) als Public-Private-Partnership mit 50-Prozent-Anteil der Wirtschaft gegründet.

Der „Kemnader Kreis“ als Nachfolgeeinrichtung des von der IHK 1989 initiierten „Mittelstandskreises“ wird gegründet. Ziel ist die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur zur Imageverbesserung des mittleren Ruhrgebiets.

Das ruhrgebietsweite Netzwerk der Informations- und Kommunikationsbranche, der Verein „ruhr networker“, wird in der IHK gegründet.

2002

Gründung des Chinesischen Industrie- und Handelsverbandes in Deutschland (CIHD) unter maßgeblicher Mitwirkung der IHK im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum.

Bermuda3Eck (Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt)
Bermuda3Eck (Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt)|Zum Vergrößern bitte anklicken

2004

Unter Federführung der IHK wird die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bermuda3Eck gegründet. Damit entsteht in Bochum das bundesweit erste Bündnis nach dem Vorbild der nordamerikanischen Business Improvement Districts.

2006

Die IHK im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum feiert ihr 150-jähriges Bestehen.

Bei der Eröffnung des Wirtschaftsbüros Witten: Bürgermeisterin Sonja Leidemann, die IHK-Vizepräsidenten Wilfried Neuhaus-Galladé (l.) und Rolf Ostermann (2.v.r.) sowie Büroleiter Christian Kolb (Foto: IHK Mittleres Ruhrgebiet)
Bei der Eröffnung des Regionalbüros Witten: Bürgermeisterin Sonja Leidemann, die IHK-Vizepräsidenten Wilfried Neuhaus-Galladé (l.) und Rolf Ostermann (2.v.r.) sowie Regionalbüroleiter Christian Kolb (Foto: IHK Mittleres Ruhrgebiet)|Zum Vergrößern
Die Gründungsmitglieder des QuAZ e. V.
Die Gründungsmitglieder des QuAZ e. V.
Das Organigramm der IHK ist ein Kreis.
Das Organigramm der IHK ist ein Kreis.

2011

Zum 1. Januar wird die IHK erneut umbenannt: in „IHK Mittleres Ruhrgebiet“ – als sichtbares Bekenntnis zur Region.

2012

Die IHK gibt sich ein neues Corporate Design. Das Logo bekommt den Zusatz: „Vier Städte. Ein Plus. Für Bochum, Herne, Witten und Hattingen.“

2013

Die IHK eröffnet in den Städten Herne, Witten und Hattingen Wirtschaftsbüros.

2017

Auf Initiative der IHK wird am 3. März der „Verein zur Unterstützung der Qualifizierung und Ausbildung von Zugewanderten“ (QuAZ e. V.) gegründet. Zum Vorsitzenden des Vereins wird IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik gewählt.

Die IHK bekommt zum 15. März eine neue Organisationsstruktur. Die fünf Geschäftsbereiche werden abgeschafft. Die Mitarbeiter arbeiten künftig über vier Kompetenzfelder hinweg zusammen.