Kooperationspartner Mittelstand und Hochschule

Die Hochschule Bochum ist mit rund 7.500 Studierenden die zweitgrößte Hochschule in Bochum. Mit 750 Beschäftigten und einem Jahresbudget von 53 Mio. Euro ist die Hochschule Bochum ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor. Zudem stellte Prof. Dr. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum, die starke Praxisorientierung in den sechs Fachbereichen – Architektur, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Informatik, Mechatronik und Maschinenbau, Geodäsie und Wirtschaft – heraus. Praxisnähe und Anwendungsorientierung machen die Hochschule zu einem wichtigen Kooperationspartner der regionalen Wirtschaft. Dass die Hochschule nicht nur regional verankert, sondern auch international ausgerichtet ist, erläuterte Prof. Bock unter anderem am Beispiel des internationalen Geothermie-Zentrums. Zudem stellte er eine Besonderheit im Architektur-Studiengang heraus: So ist es in Deutschland einmalig, dass jeder Student an der Hochschule Bochum für die Dauer seines Architektur-Studiums einen festen Arbeitsplatz in einem speziellen Gebäude, der BlueBox, erhält. Im Zusammenhang mit der Praxisorientierung verwies Prof. Bock auf die erfolgreiche Umsetzung von dualen Studienmodellen. „Die dualen Studiengänge im Ingenieurwesen, die ausbildungsbegleitend, praxisintegriert und berufsbegleitend angeboten werden, stehen bei Studierenden und Unternehmen hoch im Kurs“, so der Präsident der Hochschule Bochum.

Jedes Jahr verlassen rund 950 Absolventinnen und -absolventen die Hochschule Bochum. Vor dem Hintergrund drohender Fachkräfteengpässe ist es aus Sicht der IHK wichtig, dass der regionale Mittelstand das Reservoir an Fach- und Führungskräftenachwuchs „vor der Haustür“ nutzt. Stellvertretender Hauptgeschäftsführer Christoph Burghaus erläuterte in diesem Zusammenhang einige unterstützende Maßnahmen der IHK. Bewährt hat sich die Initiative „Studis on Tour“, bei der Studierende wechselnder Fachrichtungen bei Betriebsbesuchen potenzielle Arbeitgeber aus dem Mittelstand kennen lernen. Das Konzept sieht vor, dass (Nachwuchs-)Führungskräfte in den Betrieben authentisch über Karrieremöglichkeiten, praktische Tätigkeiten, Aufgaben und Gestaltungsspielräume in mittelständischen Unternehmen informieren und mit den Studierenden diskutieren. Neben der Beteiligung an Gemeinschaftsständen auf Career-Messen diverser Hochschulen bieten die von der IHK angebotenen Abschlussarbeiten-Workshops mittelständischen Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit, Studierende kennen zu lernen und Hochschul-Know-how für die Bearbeitung betrieblicher Problemstellungen zu nutzen. „Praxisorientierte Bachelor- und Masterarbeiten nutzen sowohl den teilnehmenden Unternehmen als auch den Studierenden“, betonte Burghaus. Es gibt deshalb Überlegungen von IHK und Hochschule Bochum, das erfolgreiche Format mit dem aktuellen Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften auch auf andere Bereiche zu übertragen.

Über weitere aktuelle Initiativen und Projekte aus dem Bereich der IHK-Unternehmensförderung berichtete schließlich Stefan Grave. Schwerpunktthemen waren Unternehmensnachfolge, Notfallhandbuch für Unternehmer sowie eine geplante Veranstaltungsreihe für Ein-Personen- und Kleinunternehmen. Gerade bei solchen praxisorientierten Themen ist es wichtig, den Mittelstandsausschuss frühzeitig in die Überlegungen einzubeziehen, Anregungen aufzugreifen und die Mitglieder für eine aktive Mitwirkung bei der Entwicklung von Konzepten zu gewinnen.

Hauptgeschäftsführer Eric Weik informierte über die „heiße Phase“ der Vollversammlungswahl. 140 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich zur Wahl; bis zum 14. Dezember 2016 kann gewählt werden. Alexandra Brnincanin warb zudem für das von der IHK propagierte Projekt „InCharge“ – ein Mentorenprogramm zur Integration von Flüchtlingen. Kern der Initiative ist die Kontaktvermittlung zwischen Flüchtlingen und engagierten Menschen für einen begrenzten Zeitraum. Ziel ist es, die Flüchtlinge auf diesem Wege an den deutschen Arbeitsmarkt heranzuführen. Unternehmer, die für sich selbst oder für ihre Mitarbeiter Möglichkeiten sehen, in diesem Sinne als Mentoren zu wirken, können sich an Alexandra Brnincanin, E-Mail: brnincanin@bochum.ihk.de, Tel. (02 34) 91 13 – 182, wenden.

Die Hochschule Bochum ist Heimat des deutschen SolarCar-Teams. Das Team der Hochschule Bochum kam bei der „Weltmeisterschaft der Sonnenwagen“ 2015 in Australien mit dem ThyssenKrupp SunRiser auf den 3. Platz. Der Mittelstandsausschuss besuchte am Rande der Ausschuss-Sitzung die SolarCar-Werkstatt und war von dem großen Engagement der Bochumer Studierenden sehr beeindruckt.
(Foto: Hochschule Bochum)